Bauhaus-Universität Weimar

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MIKRO 400 
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des Beobachters während der Beobachtung auf Unendlich akkommodiert oder korrigiert 
ist. Die durch die einzelnen Punkte des reellen Bildes O i gehenden Strahlen 
(Strahlengang Schema I) werden oberhalb des Okulares parallel; sie kommen da¬ 
her für das Äuge scheinbar von den einzelnen Punkten eines unterhalb des Mikro- 
skopes in unendlicher Entfernung liegenden Bildes, des virtuellen vom ganzen 
Mikroskop entworfenen Bildes des Objektes. 
Die beiden im Strahlengang II gezeichneten Hauptstrahlen der Randpunkte des 
Gesichtsfeldes verlaufen vor dem Objektive zunächst parallel, schneiden sich deshalb 
in dem hinteren Brennpunkt des Objektives in der Ebene F i * und treffen nach dem 
Durchgang durch das Kollektiv auf den Rand der Okularblende; die Okularblende wirkt 
als Sehfeldblende. Nach dem Durchgang durch die Äugenlinse schneiden sich 
diese Strahlen in der hinteren Brennebene des ganzen Mikroskopes F* und bestimmen 
den Winkel, unter dem das vom Mikroskop entworfene Bild dem Beobachter erscheint. 
Dabei kann das Bild für ein auf Unendlich akkommodiertes Äuge im Unendlichen oder 
für ein anders eingestelltes Äuge in irgendeinem endlichen Äbstande von F* liegen. 
Die lineare Größe dieses Bildes ändert sich genau proportional seinen Äbständen 
von F*, so daß der Winkel, unter dem es erscheint, oder seine scheinbare oder 
angulare Größe ungeändert bleibt und damit die Größe des Netzhautbildes des Be¬ 
obachters. Da jedoch die Bemessung der Vergrößerung nach dem Sehwinkel unprak¬ 
tisch erscheint, so denkt man sich das Bild in die Entfernung verlegt, in welche ein 
Normalsichtiger das Objekt selbst zur genauen Beobachtung bringen würde, nämlich 
in die normale Sehweite S = 250 mm. Die Vergrößerung ist dann das Verhältnis dieses 
gedachten Bildes zum Objekt selbst. Im Schema II ist dieses in der Entfernung der 
konventionellen Sehweite gedachte Bild mitO** bezeichnet; es ist nicht das Bild selbst. 
d) numerische Apertur. 
Im Schema I ist das von dem Ächsenpunkt des Objektes ausgehende, zunächst 
divergente Büschel berücksichtigt; die von den anderen Punkten des Sehfeldes aus¬ 
gehenden Büschel würden in ähnlicher Weise einzuzeichnen sein. Verfolgt man 
den Verlauf der Strahlen genauer, so erkennt man, daß die Begrenzung der Büschel 
durch die Fassung der oberen Linse des Objektives bestimmt wird, da sie in ihrer 
ganzen Öffnung von Strahlen durchsetzt wird. Sie bestimmt daher in diesem Falle 
den Öffnungswinkel der vom Objekt ausgehenden und durch das Objektiv hindurch¬ 
tretenden Strahlenbüschel und heißt die Aperturblende. Der so bestimmte Öff¬ 
nungswinkel ist zwar nicht selbst ein Maß für die Leistungsfähigkeit der Objektive, 
wohl aber folgt aus der Theorie der mikroskopischen Bilderzeugung nach ÄBBE, 
daß der Sinus des halben Öffnungswinkels, bei Immersionssystemen mit dem 
Brechungsindex n der Immersion multipliziert, die maßgebende Größe ist. ABBE 
nannte sie die numerische Apertur (num. Äp. oder n. A.): 
n • sin fp — a. 
Für alle wesentlichen Leistungen des Objektives ist seine numerische Apertur a 
maßgebend (ÄBBEs gesammelte Abhandlungen I, 267, 354, 365, 366, Jena 1904 
und CZAPSKI-EPPENSTEIN, Grundzüge der Theorie der optischen Instrumente,
        

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