Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Vorkommen des Albumosen resp. Pepton spaltenden Fermentes (Erepsin von Cohnheim) in reinem Darmsafte von Hunden
Person:
Salaskin, S.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17651/6/
m 
S. Salaskin. 
Verdauung verfütterte, fand, dass das Thier 120 g an Gewicht zu- 
nahrn, und stellte durch Stickstoflbeslimmungen im Harne im Laufe 
von ;> Tagen fest, dass das Thier sich im Stickstoffgleich- 
geu-teilte befand. Damit ist, seiner Meinung nach, bewiesen, 
dass lias 1 hier aus den oben genannten Endprodukten Eiweiss 
synthetisch bildete. Ich will gern zugeben, dass dem (Iberischen 
Organismus diese Thätigkeit zukommen kann, doch reichen die 
Versuchsergebnisse .von Loewi selbst noch nicht aus um 
diese Behauptung aufzustellen. Zur Beurtheilung der Versuchs- 
ergclmisse Loewi s möchte ich der Aeusserung, welche Voit 
Uber , die Versuche von Plösz seiner Zeit gethan hat, ge¬ 
denken: letzterer Autor fütterte einen zehntägigen Hund mit 
einer Nahrung, in welcher Kiweiss .lurch Pepton ersetzt war 
mul fand hierbei, dass der Hund im Laufe von 18 Tagen 
oOl g an Gewicht ziigenommen hatte; Voit äussert in Betrell 
dieses Versuches ganz richtig, dass die Gewichtszunahme auch 
von der Anspeicherung von Wasser und Fett im Körper des 
Hundes alihänjicn konnte. Das Stickstolfgleichgewicht, auf 
welches Loewi hindeutet, ist nicht von Werth, denn es be¬ 
zieht sich nicht auf die ganze Versuchsperiode, sondern nur 
auf die o Tage, wo kein Erbrechen stattfand ; der Hauptwerk 
muss also aut die Gewichtsverändernng gelegt werden. Leider 
gibt Loewi nicht an, wie viel Stärke und Zucker er dem 
liiere eingab, so dass die Kalorienwerthe der eingegebenen 
Nahrung nicht berechnet werden können: dieser Umstand er¬ 
schwert aber die Beurtheilung seiner Versuchsergebnisse. 
Was die Versuche von Kutscher und Seemann an- 
hetrillt, so berechtigen sie nicht zu dem Schlüsse, dass 
s am in t lieh es Kiweiss in Form von krystallinischen Produkten 
rosoruirl wird, 
X Die sehr wichtige Frage, welche in den inleressanten 
Mittheihingen benannter Autoren aufgeworfen wird, steht also 
immer noch offen. Ich will nicht leugnen, dass die thierischc 
Zelle im Stande ist, aus einfachen Körpern Eiweiss svnthetiseh 
aiilzubauen. Pflüger hat ja schon längst, von theoretischen 
Anschauungen ausgehend, eine ähnliche Meinung geäusserf 
sa"' er in •
    

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