Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss der Jodirungsprodukte der Albuminstoffe. I
Person:
Schmidt, C. H. L.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17648/3/
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C. H. L. Schmidt. 
verdoppelt und notirt. Aus der ersten Titration (Thiosulfati er¬ 
fährt man, wie viel freies Jod in 80 ecm. des Filtrats A enthalten, 
und kann hieraus, da 0,0127 g Jod durch 1 ccm. Silberlösung 
angezeigt worden, berechnen, wie viel Cubikcentimeter Silber- 
lösung bei der zweiten Titration auf freies Jod entfallen: diese 
bringe ich von dein bei der Silbertitration gewonnenen Resultat 
in Abzug und erhalte durch Multiplication der restirenden Cubik- 
rentimeter mit 0,0128 c't ccm. Vio Silber = 0,0128 g HJ) einen 
Werth für freue Jodwasserstoffsäüre. Das aus der Stickstoff- 
abspaltung herrührende Amnioniumjodid bleibt hierbei, weil 
b(*i vorsichtiger Jodirung seine Menge sehr gering, unberück¬ 
sichtigt. Wenn ich nun das Filtrat A mit Thiosulfat titrirte, 
kehrte die Blaufärbung, die anfänglich sehr bald verschwand, 
innerhalb der nächsten 15 bis 20 Minuten noch mehrere Male, 
bisweilen recht intensiv, wieder, namentlich kurz nach erneutem 
Jodzusatz, eine Erscheinung, die mir vor der Hand nicht ganz 
klar war, nach weiterer Ueherlegung jedoch nur in der bereits 
erwähnten Abhängigkeit der Stickstoffabspaltung von der Jod- 
eoncenlration ihren Grund haben konnte: je mehr Jodat sich 
bildet, desto länger dauert die Reaction, desto länger ist freies 
Jod nachweisbar, desto geringer der Ueberschuss an HJ. Zu¬ 
nächst dachte ich an die Einwirkung freier Jodsäure auf Thio¬ 
sulfat und suchte, wenn auch für den eben genannten be¬ 
sonderen Fall freie Jodsäure nicht in Frage kommen kann, 
das Wesen dieser Reaction zu ermitteln. Das Resultat scheint 
mir der Veröffentlichung um so mehr werth, als sich dasselbe 
zur quantitativen Bestimmung freier Jodsäure bei Abwesenheit 
anderweitiger Säuren yerwerthen lässt, und als ferner in den 
grösseren Lehrbüchern der Chemie über das Verhalten freier 
Jodsäure zu unterseh well igsaurem Natrium nähere Angaben 
nicht zu finden waren. Zunächst wurde festgestellt, wie viel 
Thiosulfat mit einer bestimmten Menge Jodsäure (Acid, jodic. 
pur. er y st., E. Merck) in Reaction tritt, d. h. wie viel Thio¬ 
sulfat erforderlich ist, um eine abgewogene Menge Jodsäure 
so lange zu zersetzen, bis auf Zusatz von Stärke kein freies 
Jod mehr nachweisbar. 10 ccm. einer 0,5°:oigen Jodsäure 
wurden mit 1 Thiosulfatlösung titrirt; es waren bis zum
        

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