Bauhaus-Universität Weimar

Beitrag zur Kenntniss der Eiweisskörper der Kuhmilch. 495 
Betrachtungen vom Lab absehen zu dürfen geglaubt und es 
nicht in den Bereich meiner Untersuchungen gezogen. 
Frenzei und Weyl schlugen vor,1) das Casein vom 
Albumin in auf das Vierfache verdünnter Milch mit verdünnter 
Schwefelsäure (1 ccm. conc. H.2S04 vom spec. Gewicht 1,84 
auf 1 Liter Wasser) zu trennen. Sie geben aber selbst an, 
dass die so erhaltenen Zahlen niedriger als bei der Trennung 
mit Essigsäure ausfallen, und dass das Casein in einem kleinen 
Ueberschuss der Schwefelsäure sich stärker löst, als im Ueber- 
schuss von Essigsäure. Aus diesem Grunde habe ich auch 
diese Methode, nachdem einige Vorversuche die Angaben jener 
beiden bestätigt hatten, nicht weiter berücksichtigt. 
1. Methode: Trennung von Casein und Albumin mit verdünnter 
Essigsäure (nach Hoppe-Seyler). 
Die älteste und bekannteste Methode, Casein und Albumin 
der Kuhmilch von einander zu trennen, ist die von Hoppe- 
Seyler ausgearbeitete mit Essigsäure und Kohlensäure.2) 
< Man verdünnt 10 ccm. Milch mit Wasser, bis das Volumen 
der Flüssigkeit 200 ccm. beträgt, fügt hierzu sehr verdünnte 
Essigsäure (1:100) in einzelnen Tropfen, bis sich eben ein 
flockiger Niederschlag zeigt, leitet während einer halben Stunde 
einen Strom von Kohlensäure durch die Flüssigkeit und lässt 
dieselbe dann 12 Stunden ruhig stehen. Es ist zweckmässig, 
drei solcher Proben auf dieselbe Weise zu behandeln und von 
diesen diejenige für die weitere Behandlung zu wählen, in 
welcher die Flüssigkeit vollkommen klar geworden ist. Das 
Casein setzt sich mit dem Fette als faserig-flockiger Nieder¬ 
schlag zu Boden. Man filtrirt zunächst die klare Flüssigkeit, 
sammelt dann mit zurückgegossenen Theilen des Filtrates den 
Niederschlag auf dem Filter und wäscht mit Wasser aus. Im 
Filtrate befinden sich Albumin, Milchzucker und etwas ge¬ 
löstes Casein.» Das Albumin bestimmte Hoppe-Seyler, 
indem er das vom Casein befreite essigsaure Filtrat einige 
1) Hoppe-Seyler, Zeitschr. f. physiol. Chem., Bd. IX, S. 246. 
2) Handbuch der physiol.-chem. Analyse, 5. Aufl., 1893, S. 462.
        

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