Bauhaus-Universität Weimar

Leber kivstallisirtes Gyanhäniojrlobm. 
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Ihirt aus diesen Lösungen erhalten werden konnte*, während 
die gleiche Behandlung von Kohlenoxydhämoglobin — Sättigen 
mit Cyangas und nachheriges Auspumpen — kein einheitliches 
Produkt zu liefern schien. 
Bei dem hohen Absorptionseoefficienten wässeriger Lo¬ 
mu igen für Cyangas erscheint leider eine Messung der in 
Ibarlion tretenden Gasmenge so gut wie ausgeschlossen:• * 
Da diese dilVerenten Darstellungsweisen immer den gleichen 
Körper ergaben, da ferner in der Litteratur keine irgendwie 
verlässliche Angabe vorhanden ist, dass ein anderes als das 
oben beschriebene Cyanderivat des Blutfarbstoffs dargestellt 
ist. so glaube ich, dass der Name Cyanhämoglobin diesem 
zwec kmässig zukommen kann. 
Ehe wir mit Erfolg versuchen können, diese Anlagerung 
der Blausäure resp. des Cyans durch eine Formel darzustellen, 
muss (ust die Vorfragt; nach der Constitution des Methämo- 
globins gelöst sein, da die rasche Anlagerung der Blausäure 
an das letztere wieder einen wichtigen Tnterschied zwischen 
Metliämoglohin und Oxyhämoglobin bedeutet. Daher sind wir 
*■ ■ > 
vorderliand nur in der Lage, die verschiedenen Möglichkeiten 
zu erörtern: viele können es wohl nicht sein nach den mannig- 
fachen Details, welche wir über beide Körper kennen. 
Vor etwa zwei Jahren1) wurde im Hinblick auf die Los- 
tronnung des gesammten, molekular gebundenen Oxyliämo- 
bdohinsauerstolfs bei der mittels Ferricyankaliurn erfolgenden 
Metliänioglohinbildung die Vermuthung ausgesprochen, dass die 
Atoingriippen, welche an die Stelle des Sauerstoffmoleknls ein- 
I roten, zwei, natürlich einander gleichwerthige Hydroxylgruppen 
."••in mögen. 
Ihn* Stütze fand diese Ansicht in dem entschieden säuren 
Lharaktcr des Methämoglobins, der sich augenfällig durch die 
\ ersehiedenheit des Methämoglobinspectrums in neutraler eresp. 
sau rer ; und alkalischer Flüssigkeit erweist. Was nun letzteren 
t ntersehied bei saurer und hei alkalischer Reaction bewirkt, 
fui" im Cyanhämoglobin verschwunden sein.Wären nun 
1 a, a. 0. S. 4WJ.
        

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