Bauhaus-Universität Weimar

Bestimmung der Spaltungsprodukte von Eiweisskörpern. 349 
Da der Ursprung des käuflichen Witte-Peptons sich der 
Kontrolle entzieht, so stellte ich mir als Ausgangspunkt für 
meine Untersuchungen Syntonin aus Rindfleisch dar und ge¬ 
wann hieraus Protalbumose und Heteroalbumose. 
I. Die Darstellung des Syntonins war folgende: Fein ge¬ 
hacktes mageres Rindfleisch wurde in weithalsige Flaschen 
gebracht, die mit Gaze zugebunden waren und so lange von 
Wasser durchströmt wurden, bis alles Blut herausgewaschen 
war. Nach dem Ablassen des Wassers liess ich es 24 Stunden 
unter gelegentlichem Umrühren in 0,l°/oiger Salzsäure (Liebig)1) 
stehen, dann durch leinene Beutel fliessen und filtrirte schliess¬ 
lich durch Kattun. Hierdurch erhielt ich eine schwach gefärbte 
dicke Flüssigkeit. Nun wurde mit Soda neutralisirt, wobei 
sich das Syntonin in einer flockigen weissen Masse ausschied. 
Nachdem es sich zu Boden gesetzt hatte, wurde es durch 
zweimalige Decantation geklärt, dann filtrirt und mit Wasser 
gewaschen, hierauf abermals in 0,l°/oiger Salzsäure gelöst und 
mit Soda niedergeschlagen, wiederum decantirt, filtrirt und 
mit Wasser gewaschen. So wurden gegen 1000 g Syntonin 
hergestellt, um theils zur Analyse, theils zu Verdauungs¬ 
versuchen verwendet zu werden. Ich hielt es für sicherer, 
eine grosse Quantität herzustellen und durcheinander zu mischen, 
um für möglichst viele Untersuchungen dasselbe Präparat 
zu benutzen. Es wurde nun wieder in 0,l°/oiger Salzsäure 
aufgelöst und nach Zusatz von Chloroform in Flaschen bei 
Seite gestellt. Ein Quantum von ungefähr 40 g wurde heraus¬ 
genommen und sorgfältig mit Na2C03 neutralisirt, filtrirt, erst 
mit Wasser, dann mit Alkohol gewaschen, mit Aether extrahirt 
und bei 110° getrocknet, um dann durch Säure zerlegt zu werden. 
II. Aus diesem Syntonin gewann ich Heteroalbumose nach 
folgendem Verfahren : Etwa 200 g Syntonin wurden auf einen 
Salzsäuregehalt von 0,2o/0 gebracht, 500 ccm. eines frischen 
Extractes von Schweinemagenschleimhaut hinzugefügt und unter 
Zusatz von reichlich Chloroform in einem Brutschrank auf 38° 
erwärmt. Das Pepsinextract war folgendermassen hergestellt 
1) Annalen der Chem. u. Pharm., Bd. 73, S. 125.
        

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