Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Enthalten gewisse Organe des Körpers physiologischer Weise Arsen?
Person:
Hödlmoser, C.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17554/8/
m 
fl. IIöd 1 mager. 
t im Mittel auf 1 kg Blut 0,28 mg Arisen, 
ln einem sechsten Falle, betretfend eine Frau mit auf¬ 
fallend blassem Menstrualblut, konnte keine Spur Arsen na< h- 
ge wiesen werden, woraus der Verfasser den Schluss zieht, 
dass derartig anämisches Menstruationsblut kein Arsen enthalte. 
(lautier s Assistent konnte für das Jod feststellen, dass 
das Menstrualblut eineinhalbmal so viel Jod enthalte, als das 
normale. ; 
Bemerkenswerth ist die Thatsaehe, dass die Schilddrüse 
mitunter vor Eintritt der Menstruation an Volumen zuninimt, 
dass sie häufig zur Zeit der Gravidität eine besonders starke 
Entwicklung zeigt. Anderseits beobachtet inan bei an Myxödem 
leidenden Kranken eine Atrophie der Genitalien, die unter Ein¬ 
wirkung von Schilddrüsensaft sich wieder besser zu entwickeln 
beginnen. Bei der Frau werden durch das Menstrualblut, durch 
die Haut und ihre Adnexe Arsen und Jod ausgeschieden. 
Um aber die Ausscheidung des Arsenüberschusses hei 
den männlichen Wesen zu erklären, recurrirt Gautier zu¬ 
nächst auf die Thatsaehe, dass bei vielen Thiergattungen zur 
Brunftzeit das Abfallen eines Theiles der Behaarung des Körpers 
stattfindet, der im Herbste sich wieder herstellt. Es liesse 
sich diese Thatsaehe nicht einfach durch die Einwirkung der 
warmen resp. kalten Jahreszeit erklären, sondern der Grund 
dafür liegt nach Gautier’s Auffassung darin, dass die arsen¬ 
haltigen Nucleoproteidc zunächst zur Ernährung der Haut und 
der Horngebilde verwendet werden, während am Beginne 
der Brunftzeit die Nucleoproteidc» gegen die Genitalorgane ge¬ 
leitet werden, die nunmehr mangelhaft versorgten Haare a,Un¬ 
fällen undr die Haut häutig von Eczem ergriffen wird. 
Beim männlichen Individuum des Menschen, welchem keine 
Brunftzeit eigen ist, erfolge durch das Wachsen der Nägel 
und des Bartes, sowie durch die continuirliehe Abschuppung der 
Epidermis eine langsame Ausscheidung des Arsens, während die 
Frau, deren Haut glatter ist und geringere Exfoliation zeige, die 
keinen Bartwuchs habe und deren Haare langsam bis zur 
Erreichung der Pubertät wachse, dann aber stehen bleibe, eben 
(lurch die Menstruation ihren Arsenüberschuss ausscheide.
        

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