Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der basische Charakter des Proteinmoleküls und das Verhalten des Edestins zu bestimmten Mengen von Säuren und Alkali
Person:
Osborne, Thomas B.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17550/22/
Der basische Charakter des Proteinmoleküls, etc. 
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ergeben Lösungen mit einem Säuregehalt gleich 1,1 ccm. 
n 10 Lösung auf das Gramm des gelösten Proteins. 
Aus allen diesen Tliatsachen ist klar ersichtlich, dass der 
Säuregehalt des in Wasser löslichen Edcstinchlorids doppelt 
so gross ist wie der des unlöslichen Theils. 
Wenn das Edestinmolekül zwei Atome Schwefel enthält, 
muss das Molekulargewicht 7250 oder ein Vielfaches davon 
tragen. Wenn der Säuregehalt des in Wasser löslichen Edestins 
gleich M ccm. n/io Säure auf das Gramm ist, und wenn ein 
Molekül Säure sich mit einem Molekül Edestln verbindet, um 
eine in W asser lösliche Zusammensetzung zu bilden, würde 
das Molekulargewicht des Edestins 7129 sein. Aber da das 
in Wasser lösliche Edestin zweimal so sauer, ist als das in 
\\ asser unlösliche, so muss das erstere wenigstens 2 Moleküle 
Säure enthalten, so dass das Molekulargewicht des Edestins 
ungelähr t r2o8 oder ein Vielfaches davon sein muss. 
W ir haben so in diesen 2 Säureverbindungen eine 
rationelle Erklärung für die von Ritthausen zuerst be¬ 
obachtete Thatsache, dass ein Theil der meisten Edestinpriiparate 
m Wasser löslich ist, während der Rest darin unlöslich ist. 
Dass dies einem chemischen Unterschiede zwischen diesen 
zwei Theilen zuzuschreiben ist, war höchst wahrscheinlich ; 
trotzdem bestanden die Präparate, die dieses Verhalten zeigten, 
gänzlich aus gleichartig gestalteten Krystallen. 
Dass diese zwei Verbindungen von verschiedener Zu¬ 
sammensetzung sowohl als die übrigen Salze und das freie 
Edestm in derselben Form krystallisiren, stellt zu erwarten, 
da die Form des Krystalls durch das Proteinmolekül bestimmt 
wird, dessen Gewicht überaus gross ist im Vergleich mit dem 
von einem oder zwei damit verbundenen Säuremolekülen 
Dasselbe Verhällniss findet sich bei den Verbindungen des 
Hämoglobins, da die Krystalle des Kohlenoxydhämoglobins 
denjenigen des Oxyhämoglobins gleich gestaltet sind. Dieselbe 
somorphie tritt uns auch bei Mineralien von hohem Molekular¬ 
gewicht entgegen, wie es von Penfield und Foote (Penfield 
und Foote, Amer. Jour. Science, 8, 122, 1899) gezeigt wird 
«eiche bemerken: In Turmalin haben wir eine isomorphe
        

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