Bauhaus-Universität Weimar

I eher die Hydrolyse des Caseins durch Salzsäure. . 153 
Zersetzung des Caseins durch Salzsäure; 
Die Hydrolyse, welche Hlasiwetz und Habermann1) 
durch langes Kochen mit verdünnter Säure unter Zusatz von 
Zinnchlorür bewerkstelligten, wird nach Cohn (1. c.) besser und 
lascher mit concentrirter Salzsäure ohne Zinnsalz aüsgeführt. 
Seiner Angabe entsprechend wurden 500 g Casein mit 
V 11 Salzsäure (1,19 sp. Gew.) übergossen und im Laufe von 
l1 a Stunden wiederholt durchgeschüttelt, bis der grösste Theil 
mit schmutzig violetter Farbe gelöst war. Dann wurde 
(> Stunden am Rückllusskühler gekocht und die erkaltete 
Flüssigkeit von den ausgeschiedenen Fettsäuren durch Filtra¬ 
tion getrennt. 
Von hieran bin ich der Vorschrift Cohns, welcher 
sofort die Salzsäure durch Abdampfen und Behandlung mit 
Kupferoxydul entfernt, nicht mehr gefolgt, sondern habe 
zunächst nach dem Vorgänge von Hlasiwetz und Haber¬ 
mann die Glutaminsäure durch Krystallisation des Chlor- • 
liydrates abgeschieden. 
Zu dem Zweck wurde die Flüssigkeit auf etwa 3.4 1 
eingedampft und in der Kälte mit gasförmiger Salzsäure ge¬ 
sättigt. Sie blieb dann 3 Tage im Eisschrank stehen, wobei 
die salzsaure Glutaminsäure als dicker Krystallbrei ausfiel. 
Fm sie abfiltriren zu können, wurde mit dem gleichen Volumen 
eiskalten Alkohols vermischt und auf der Pumpe abgesaugt. 
Will man das Salz rein darstellen, so wird es in wenig Wasser 
gelöst, mit etwas Thierkohle gekocht und mit Chlorwasserstoff 
wieder abgeschieden. Nach einmaliger Wiederholung dieser 
Operation ist das Präparat nahezu farblos. Die Ausbeute be- 
trug 50 g, mithin 10°/o des Caseins. 
Veresterung der Aminosäuren. 
Für diese Operation kann direkt das Filtrat von der 
Olutaminsäure dienen, nur ist es nötliig, das darin enthaltene« 
Wasser möglichst vollständig zu entfernen. Zu dem Zweck 
wird, am besten unter vermindertem Druck, eingedampft, der 
1 Liebigs Annalen, Hd. 1C»{), 150, 1878.
        

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