Bauhaus-Universität Weimar

Ueber die Hydrolyse des Caseins durch Salzsäure 
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Von 
Emil Fischer. 
( Aus dom I. ohemisvhen Institut «1er Universität Berlin ) 
(Der Kedaetion zugegangen am Juli 11HVI.)' 
Unter den Spaltungsprodukten, welche das Casein mit 
Salzsäure liefert, hat man bisher mit Sicherheit festgestellt : 
Tyrosin und Leucin, Asparagin- und Glutaminsäure, Arginin 
und Lysin. Endlich wurde von Cohn1) noch eine Verbindung 
C12H22N,02 beobachtet, welche mit dem Leucinimid isomer ist 
und aller Wahrscheinlichkeit nach secundär aus einer Amino¬ 
säure gebildet wird. 
Dass die erwähnten Produkte aber keineswegs die einzigen 
Kestandtheile des Caseins sind, zeigen alle Angaben über ihre 
Mengen, die um so kleiner werden, je mehr sich die Beob¬ 
achter bemüht haben, reine Präparate darzustellen. ‘Die letzten 
Angaben dieser Art rühren von Cohn2) her, welcher eine 
sogenannte quantitative Spaltung des Caseins beschrieben hat. 
Mehr als die Hälfte seiner Produkte sind undelinirbare Sirupe, 
und auch die krystallisirten Partien, wie das rohe Leucin, 
tragen alle Kennzeichen von Gemischen, Es war deshalb von 
vornherein zu erwarten, dass eine vollkommenere Untersuchung 
der Hydrolyse noch eine Reihe von bisher übersehenen Stoffen 
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zu Tage fördern werde. 
Aber Angesichts der vielen Mühe und Sorgfalt, welche 
hei den älteren Arbeiten auf diesen Gegenstand verwandt 
wurde, konnte man sich der Ueberzeugung nicht verschliessen, 
'lass mit den bisher gebrauchten Methoden neue Resultate 
nur sehr schwer zu erzielen seien. 
1) Diese Zeitschrift, Bd. XXII, S. 170, 18117 ; Bd. XXIX, S. 2SH, 1900. 
2) Diese Zeitschrift, Bd.-XXVI, S. 395, 1S99.
        

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