Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Versuche über Resorption, Verdauung und Stoffwechsel von Echinodermen
Person:
Cohnheim, O.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17539/44/
o2 Otto Cohn he im. 
der Norm noch gesteigert wird. Gleichzeitig beweisen diese 
Versuche, dass der Darm auch am 2. Tage nach dem Tode 
noch Kohlensäure producirt, also lebt, eine Bestätigung der 
Besultate der Resorptionsversuche. Ferner zeigt sich der 
grosse Antheil, den der Stoffwechsel des Darmes an dem Ge- 
samintstolfwechsel der Holothurien besitzt, mehr als ein Drittel. 
Für (len Hammel hat Hagemann M die Kosten der Verdauungs¬ 
arbeit auf 5,5 °/o des Verbrenrtungswerthes der Nahrung be¬ 
rechnet. Allerdings ist dies ein Minimalwerth, aber auch bei 
dem Holothuriendarm handelt es sich ja um Miniinalwerthe, 
da er in seinem normalen Zusammenhänge jedenfalls besser 
arbeitet als im isolirten Zustande und während der Zeit keine 
neue Nahrung auf nimmt. Ich glaube, wir dürfen aus den an¬ 
gegebenen Zahlen unbedenklich schliessen, dass die < Selbst¬ 
kosten » des Organismus, die von seinem Nahrungs wer the 
abzuziehen sind, bei den Holothurien sehr hoch sind, die Ver- 
werthung ihrer Nahrung somit eine schlechtere ist, als bei den 
; Wirbelt liieren. 
Was nun die Gesammtkohlensäureproduktion betrifft, so 
ist diese, wenigstens bei der relativ niederen Temperatur des 
Frühlings, eine sehr geringe. Selbst die höchste erreichte 
Menge von 0,179 g pro Kilogramm beträgt nur den dreissigsten 
Theil von dem, was etwa gleichschwere F rösche nach Krehl 
und Soetbeer,2) allerdings bei 22° G., also etwas höherer 
Temperatur, ausseheiden. Dies Resultat steht im Einklänge 
mit den Angaben Vernon's für andere wirbellose Tliiere, deren 
Stoffwechsel pro Gewichtseinheit zum Theil noch kleiner ist,' 
als der der Holothurien. Es ist dies kein Wunder bei den 
äusserst trägen Bewegungen und dein sehr wenig ausgebildeten 
Nervensystem und Locomotionsapparat der Holothurien, die 
bei meinen Versuchen fast immer unbeweglich waren. Schon 
(lie flinken, freilich auch kleinen, Ophiuren (Versuch 8) haben 
einen lebhafteren Stoffwechsel auf die Gewichtseinheit. Aber 
derartige Vergleiche zwischen Thieren von ganz verschiedenem 
V) 0. Hagemann, Arch. f. (Anat. u.) Physiol., 1890. Suppl. 111 u- •:>- 
-, L. Krehl u. F. Soetbeer. Schmiedeberg s Arch.. 40. 275. Is‘X
        

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