Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Versuche über Resorption, Verdauung und Stoffwechsel von Echinodermen
Person:
Cohnheim, O.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17539/2/
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Otto Cohn be im. 
v°ri Fliissigkeit zu beobachten,1 ) dagegen keinen Transport von 
gelösten Substanzen durch den Darm hindurch nach aussen. 
Diese Schwierigkeiten konnten vielleicht vermieden werden, 
wenn man die Resorptionsversuehe nicht, wie bisher, ausschliess¬ 
lich an warmblütigen Wirbelthieren anstellte, sondern sich 
unter den Wirbellosen nach geeigneten Objecten umsah. Aus 
zwei Gründen wählte ich die Echinodermen. Einmal be¬ 
sitzen, wie den Zoologen längst bekannt war, und wie neuer¬ 
dings die Versuche v. Uexküirs und Anderer gezeigt haben, 
bei den Echinodermen die einzelnen Körpertheile eine grosse 
tunet ioneile und nervöse Unabhängigkeit von einander, und es 
war daher zu hoffen, dass die zu untersuchenden Organe ge¬ 
nügend lange und in hinreichend physiologischem Zustande 
überlebensfähig bleiben würden. Sodann aber ist bei den 
Echinodermen nichts von einer Circulation bekannt. 
Den Einwand, dass man von so abweichend gebauten 
Thieren keine Rückschlüsse auf die Verhältnisse bei Säuge- 
thieren machen dürfte, brauche ich nicht zurückzu weisen. 
Nachdem die Morphologen seit Decennien diesen Weg be¬ 
schritten haben, sind ihnen in der letzten Zeit immer zahl¬ 
reichere Physiologen, wie Biedermann, Bethe, v. Uexküll, 
Lob u. A., gefolgt und haben an Wirbellosen verschiedener 
Typen und Klassen That Sachen von allgemein physiologischer 
Bedeutung festgestellt. Allerdings hat v. Uexküll2) dagegen 
Verwahrung eingelegt, dass die Physiologen die niederen Thiere 
nur als Forschungsobjecte für allgemein biologische Fragen 
betrachteten, die aus technischen Gründen bequemer an ihnen 
zu lösen seien, als an den sonst verwendeten Wirbelthieren. 
Er redamirt alle diese Untersuchungen für die vergleichende 
Physiologie als eigene Wissenschaft und fordert die Beobach¬ 
tung der Functionen der niederen Thiere, um derart eine 
Kermtniss der Physiologie der betreffenden Thierspecies zu 
gewinm»n, und nicht um allgemeine Schlüsse danois abzuleiten. 
Aber eine derartige Untersuchung gehört doch mein* zu den 
1 • 0. f’.otinJieiin, Zeitsdir. f. Biologie, 88. 419, 
- .1. v. t cxkiill. Zeitsehr. f. Hiologi«». 87, 884, 1K98.
        

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