Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Entgiftung der Toxine durch die Superoxyde, sowie thierische und pflanzliche Oxydasen
Person:
Sieber, N.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17536/16/
gewaschen und sodann mit 8<\»igem Kalisalpeter unter Zu¬ 
satz von Chloroform 24 Stunden im Thermostaten stehen 
gelassen, so geht ein *1 heil des Fibrins in Lösung über und 
zwar enthalt bei immunen Pferden der gelöste Tbeil die 
Oxydase. \\ ird nun die filtrirte Lösung mit dem doppelten 
Volumen Oö0'oigen Alkohols versetzt, so bildet sich bei normalen 
Pferden eine Trübung, die erst nach 10-20 Minuten sieh 
llockig, wie geronnenes Eiweiss, zusammenballt und zu Boden 
setzt; Versetzt man dagegen ceteris paribus die Lösung von 
immunen Pferden mit dein doppelten Volumen 96»/oigen Alko¬ 
hols, so entstehen schon in den ersten Minuten nach dein 
Vermischen längere Schleimfäden, die sich in kürzester Zeit 
zusammenhallen und am Boden setzen. Die Erscheinung er¬ 
innert an das Ausfällen von Mucin aus Schleimflüssigkeiten 
durch Alkohol und ist so auffallend im Vergleich zu dem Ver¬ 
halten der Extrade von normalen Pferden, dass sie sicher auf 
einer chemischen Verschiedenheit der aus dem Fibrin ent¬ 
standenen Substanzen beruht. Je höher das Pferd immunisât 
ist, um so mehr geht von dem Fibrin in die Salpeterlösung 
über und um so prägnanter ist die Erscheinung nach Alkohol¬ 
zusatz. \\ ährend der durch Alkohol erzeugte und abfiltrhte 
Niederschlag aus dem Blute normaler Pferde durch Guajac- 
linelur nicht Ayird*bfäitt dieser Niederschlag aus dem 
Blute immuner Pferde die Guajactinctur um so intensiver, jo 
immuner das Pferd gegen die Diphtherie ist. . 
Dieser aulfällige Enterschied in dem Verhalten des Fibrins 
diphtherieimmuner Pferde fordert auf zu vergleichenden Unter¬ 
suchungen des Fibrins gegen andere Infectionskrankheiten immu- 
nisirter Thiere und eröffnet den Weg zur experimentellen Er¬ 
forschung der chemischen Vorgänge bei der Immunisation. Meine 
bisherigen Beobachtungen sind wenig zahlreich, um noch weitere 
Schlüsse zu ziehen, aber ich setze meine Untersuchung nach dieser 
Richtung weiter fort und hoffe bald noch mehr interessante 
Aufklärungen über die Immunität zu ermitteln. Ich benutze hier 
die Gelegenheit, Herrn Dr. Dzierzgowski, dem ich das Blut 
der gegen Diphtherie in verschiedenen Stadien immunisirten 
Thiere verdanke, meinen besten Dank dafür auszusprechen.
        

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