Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber Proteinstoffe. Einwirkung des nascirenden Chlors auf Casein
Person:
Habermann, J. R. Ehrenfeld
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17527/5/
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dom aus (hlorkalium bestehenden Bodensatz abg(gossen und 
nut Wasser ver«lüiiiit, worauf sich sofort ein voluminöser, 
(lockiger, rein weisser Niederschlag absonderte, der leielil 
durch Filtration gewonnen werden konnte. Dieses Produkt 
bildete den Gegenstand unserer Untersuchungen. 
Der Körper löst sich im frischen Zustande, so lange er 
noch'feucht ist, in. Alkohol, namentlich heim Erwärmen, unter 
Zusatz von etwas Salzsäure. Kr lost sich heim Erwärmen in 
Wasser, wobei er sich Anfangs zu einer harzartigen Masse 
zusaimnenballt, die sodann mit braunrother Farbe in Lösung 
geht. Diese wässerige Lösung liefert beim Zusatz von Salz¬ 
säure einen braunen, flockigen Niederschlag, während in der 
alkoholischen Lösung durch Wasserzusatz ein flockiger Körper 
ausgeschieden wird. Line von Salzsäure freie, alkoholische 
Lösung scheidet auf Zusatz reichlicher Mengen an Aether ein 
gelbes Oel ab, das im Vacuum zu einer braunen, gummi- 
artigen Masse eintrocknete, ohne krystallinisehe Slructur an- 
/unehmen. Die Versuche, den Körper mit Hülfe anderer 
Lösungsmittel, wie z. B. Eisessig etc., in krystallinjscher Form 
zu erhalten, lieferten kein positives liesiiltat, ebenso blieben 
dar Versuche zur lh*rstellung von krystallinischen Metallver- 
hindungen resultatlos. Der Körper löst sich mit grösster 
Leichtigkeit in Aetzlaugen und wässerigem Ammoniak ; aus 
diesen Lösungen wird er durch Salzsäure wieder flockig ge- 
iällt. Zur Ueinigung wurde der Körper in massig grossen 
W assermengen gelöst, mit Salzsäure gefällt, filirirt, neuerlich 
ia W asser gelöst und so weiter. Alle Versuche, den Körper 
in krystallinischer Form zu gewinnen, und auch die zur Reini¬ 
gung des Körpers angewandten Methoden Hessen uns die um 
angenehme Thatsacho erkennen, dass die Substanz beim Stehen 
an der Luft ziemlich rasch einer Veränderung unterliegt, was 
Sch äusserlich durch fortschreilende Braunfärbung zu erkennen 
gibt. Durch diese Veränderung verliert der Körper sein Lös- 
üchkeitsvermögen in Wasser und in Alkohol und bildet .mit 
W asscr von gewöhnlicher Temperatur eine aufgèquollene 
Masse; Ebenso erfolglos blichen die Versuche, mit Hülfe von 
Acetylchlorid, Benzoylchlorid. Alkohol und Chlorwasserstoff-
        

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