Volltext: Ueber Proteinstoffe. Einwirkung des nascirenden Chlors auf Casein (32)

Ueber Proteinstofe. Einwirkung des nascirenden Chlors 
auf Casein. 
Von 
*1. llabennann und R. Ehren fcld. 
\ is (|<m Laboratorium für all gerneinr mul analytïM-he ('.bonne <t»r k. k. hvhnû»hon 
Hochschule in Uriinn.) 
iHr Uedaction zupcgiuigen am IS. April liioi.» 
Es ist eint» dom forensischen Chemiker geläufige Thaf- 
' a che, dass trotz der intensiven Einwirkung des nascirenden 
Uilors auf die Eiweisssubstanz, wie sie in Form von Leichen- 
(heilen vorliegt, die Zerstörung derselben nur insofern eine 
weitergehende ist, als durch die Behandlung der Objecte 
mittelst Salzsäure und Kaliumchlorat auf dem erwärmten Wasser^ 
hade eine Flüssigkeit resultirt, welche durch Reste von Zell¬ 
stoff und Fett getrübt ist. Reim ruhigen Stehen dieser Flüssig¬ 
keit sondern sich die suspendirten Partikelchen theils an der 
Oberfläche, theils als Bodensatz ab, und es restirt eine völlig, 
klare Flüssigkeit, welche theils durch Abhebern, theils durch 
l ilt ration gewonnen werden kann. Verdünnt man diese ganz 
klare Flüssigkeit hinlänglich stark mit Wasser, so wird sie 
fast ausnahmslos durch Ausscheidung einer weissen, flockigen 
Masse neuerdings mehr oder weniger stark getrübt. Diese 
flockige Substanz lässt sich durch Filtration leicht absondern. 
Durch dieses Verhalten ist die bei der Zerstörung von Leichen- 
fkeilen mittelst Salzsäure und Kaliumchlorat angewandte Vor- 
schrift begründet: nach beendigter Zersetzung und noch vort 
'1er Filtration die Zersetzungsflüssigkeit mit destiüirtem Wasser 
• ri(sprechend zu verdünnen. Diese von dem einen von uns 
wiederholt beobachtete Thatsaehe gab den Anstoss zum Studium 
<les Verhaltens der unveränderten Eiweissstoffe, speziell des 
Easeins, gegenüber der Einwirkung von Chlor, welches, durch 
Zusammenbringen von Salzsäure und Kaliumchlorat erzeugt, 
un statu nascendi auf den Proteinkörper zur Einwirkung ge- 
uigt. Dass das Studium dieser Reaction genügendes Interesse 
darbietet, scheint uns schon in dem Umstande begründet, dass 
li<* Einwirkung eines so kräftigen Agens, wie das tiaseirende 
Chlor es ist, vielleiclit Aufschluss über die oft und mit Be-
	        
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