Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Gallen einiger Polarthiere. I. Ueber die Galle des Eisbären. Erster Abschnitt
Person:
Hammarsten, Olof
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17526/6/
von dein sogenannten Schleime und den äusgefüllten Salzen 
getrennt worden war, nnd da ferner die (lalle, den gang und 
gäben Vorstellungen gemäss, sein1 arm an Sulfaten sein soll, 
muss ich als eine aulfalllende Eigenschaft der Eisbärengalle 
den unerwartet hohen Gehalt der in absolutem Alkohol unlös¬ 
lichen Stolfe an Schwefel bezeichnen. 
Man könnte vielleicht meinen, es rühre dies daher, da>> 
die Eisbärengalle, abweichend von anderen Gallen, verhältniss- 
mässig näch an Sulfaten sei ; durch eine solche Annahme 
kann aber die obige Beobachtung nicht erklärt werden. Wild 
das von dem in absolutem Alkohol Ungelösten getrennte Filtrat 
wiederum eingetrocknet, so erhält man einen neuen unge¬ 
lösten Rückstand, der ebenfalls reich an Schwefel ist, und 
wenn man das Eintrocknen Und Wiederauflösen in Alkohol 
mehrmals wiederholt, erhält man jedesmal einen ungelösten 
schwefelhaltigen Rest. *) Da die Sulfate in absolutem Alkohol 
unlöslich sind, ist also die obige Annahme unhaltbar. Es 
handelt sich, was auch später bewiesen werden soll, unzweifel¬ 
haft um eine organische, schwefelhaltige Substanz. Aehnliehe 
Erfahrungen hatte ich übrigens schon früher bei meinen Unter¬ 
suchungen über die Menschengalle gemacht. Auch hier erhielt 
ich bei wiederholtem Eintrocknen der alkoholischen Gallen- 
lösung auf (hin Wasserbade und Wiederauflösen in Alkohol 
unlösliche Rückstände, die indessen nicht auf einen Gehalt an 
Schwefel geprüft wurden. Rei einer neulich ausgeführten Unter¬ 
suchung der Blasengalle eines Hingerichteten habe ich die¬ 
selbe Verhalten wiederum gefunden. Die Asche der in abso¬ 
lutem Alkohol unlöslichen organischen Substanz bestand in 
diesem Falle zum allergrössten Tlieil aus Sulfat. 
Es schien mir von Interesse zu sein, die Eigenschaften der 
unbekannten, schwefelhaltigen Substanz der Eisbärengalle noch 
weiter zu erforschen. Zuerst versuchte ich aber, wenn möglich. 
Aufschluss über die ungefähre Menge derselben zu gewinnen. 
ö Im Wiederholungen zu vermeiden, bemerke ich, hier ein ic 
alle Mal. dass bei der Prüfung auf Schwefel wie auch bei der quant 
tat wen liest immung desselben nicht die (ias-, sondern die Spintusflainü' 
benutzt wurde.
        

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