Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Gallen einiger Polarthiere. I. Ueber die Galle des Eisbären. Erster Abschnitt
Person:
Hammarsten, Olof
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17526/26/
Nur in einer von Hoppe-Soyfer1! ausgofuhrten Analyse der 
Hundcgallo habe ich einen ziemlich hohen Werth für das Leei- 
tliin gefunden, nämlich 12,7f)‘%. Man könnte also meinen, 
dass die Eisbärengalle bezüglich des Phosphorgehaltes eine 
Ausnahmestellung unter den (lallen einnimmt : auf Grund meine-r 
neueren Erfahrungen an der Menscliengalle finde ich jedoch 
eine solche Annahme etwas zu gewagt. 
. Hei der fortgesetzten Untersuchung der oben S. 455 1 <*- 
spHK-henen Menschengalle fand ich nämlich zu meinem Er¬ 
staunen in ihr einen ebenso hohen Gehalt an Phosphor, wie 
in der Eisbärengalle. Pie alkohollöslichen Stoffe enthielten 
nämlich einen Gehalt von 1,047 °fo P, was einem Gehalte von 
29,70°.» Lecithin entspricht. Die mit Aether gefällten gallen¬ 
sauren Alkalien enthielten 0,664°/o P, entsprechend 16,850 V 
Lecithin, und die in Alkoholäther löslichen Stoffe 1,76° o P 
44,6 "o Lecithin. Diese Menschengalle zeigte auch in an¬ 
derer Hinsicht eine recht grosse Aehnlichkeit mit der Eisbäreii- 
galle. Ich werde zu diesen Verhältnissen zurückkommen. 
Der grosse Gehalt der Eisbärengalle und in einzelnen 
Fallen auch der Menschengalle an Phosphor macht eine wei¬ 
tere Erforschung der phosphorhaltigen Gällenbestandtheile sein 
erwünscht. Dass Untersuchungen in dieser Richtung an einem 
so schwer zugänglichen Materiale, wie Galle von Eisbären oder 
von ganz gesunden Menschen, zu entscheidenden Resultaten 
fuhren würden, ist wohl kaum zu erwarten. Dagegen dürfte 
allein Anscheine nach die Hundegalle ein hierzu geeignetes 
Mat (krial ■ sein.2) 
Wenn man annimmt, dass aller Phosphor in der 'Eis¬ 
bärengalle als Lecithin vorhanden sei, so wird sowohl der, 
trotz der Abwesenheit von Glycocholsäure, verhältnissmüssig 
niedrige Schwefel geh alt, wie der gefundene S ticks toffgehnlt 
l Physiol. <’lieinio. S. 
-V In diesem Zusammenhänge will ich bemerken, dass ich all« - 
dings die schon begonnenen Untersuchungen über die Gallen der Polar- 
thiere weiter tortzuführen gedenke, dass ich aber die fortgesetzte Unter¬ 
suchung der Schwefel- lind phosphor haltigen Gällenbestandtheile r: ir 
nicht Vorbehalte.
        

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