Bauhaus-Universität Weimar

zur Neutralisation der gebildeten Saure genügten. Denn trotz 
der tagelang vorhergehenden Darreichung von Natriumbicarbonat 
sowie der relativ grossen Mengen, die in anderen Versuchen 
auch nach der Operation gereicht wurden, schlug die saure 
Reaction des Harnes erst spät in die alkalische um. Die 
Zahlen «les Versuches XIII sind in dieser Richtung lehrreich, 
weil sie zeigen, wie im Anfänge trotz des Alkalis die Ammo- 
niakzahl sich hoch erhält, uni erst spät erheblich abzusinken. 
I eber'dies kann die alkalische Reaction des Harnes nach 
Fütterung von Alkali an entleberte Gänse auch nicht als 
sicherer Reweis dafür gelten, dass dem Organismus genügend 
Alkali zur Verfügung stellt; denn nach der Leberexstirpation 
llicsst das aus dem Magendarmtraete kommende Blut durch die 
Vena .lacobsonii direkt (unter Vermittlung einer Vena advehens) 
in die Nierenvene und es wäre möglich, dass es so zur Ab¬ 
scheidung eines alkalischen Harnes kommt, ehe die Gewebe 
mit Alkali übersättigt sind. Die Schwierigkeit, i.m Organismus 
entstandene Säuren zu sättigen, für welche aus der mensch¬ 
lichen Pathologie das Corna diaheticum ein Beispiel bietet, 
so ld im aulläilenden Gegensätze zu der Leichtigkeit, mit der 
«lie Fut gift ung von aussen zugetülirter Säuremengen’irn Thior- 
versuehe gelingt. Jedenfalls zeigt sich in den Alkaliversuchen 
«‘ine deutliehe Verschiebung der Stickstoilvertheilurig, die nicht 
nur den Magnesiastickstoll he tri fît: au Stelle des unterdrückten 
Ammoniaks tritt eine Vermehrung « ter* Plu »sph« rrwolframsäu r« »- 
lallung und eine geringe Vermehrung des Monamidosäuren- 
stickstolfs auf. 
Da (äne Vermehrung der Harnsäure nach Alkalidarreichung 
nicht eintritt, sind die die Zunahme der Harnsâuçebasenfraction 
bedingenden Körper wohl zur Gruppe der Diamidosäuren (At- 
ginin oder Ornithin) zu rechnen. Dass die aus * dem Kiwciss 
hervorgehenden Amidosäuren im Harne eh Heber ter Thiere nicht 
ohne Weiteres zur Ausscheidung kommen, scheint darin be¬ 
gründet zu sein, dass der Organismus dieselben bei Anwesen¬ 
heit grösserer Säuremengen sofort unter Arnmoniakabspajtung 
weiter zersetzt und das abgespaltene Ammoniak zur Neutrali- 
satiun «1er Säure verwendet.
        

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