Bauhaus-Universität Weimar

Eiweiss am Boden der Flasche. Diese Veränderung ist auch 
Anderen aufgefallen. So erwähnt Hammarsten1) von einer 
durch Chloroform conservirteu Ascitesllüssigkeit, welche hei 
der Entleerung gelblich und fast klar war, dass sie nach etwa 
- Monaten dauernder Aufbewahrung ein fast milehweisses Aus¬ 
sigen angenommen hatte. 
Friedenthal und Lewandowskv-» haben gefunden, 
dass Blutserum, auf 5f>—(»0° erhitzt, ein eigenthümlich opakes 
Aussehen zeigt und dass solches Blutserum seine Eigenschaft, 
;ml ein 1 hier einer andern Species (als die, von welcher das 
Illutserum stammt) giftig zu wirken, verloren hat. Es wäre 
\on Interesse, zu versuchen, ob das durch'. Chloroform ver¬ 
änderte Blutserum gleichfalls nicht mehr giftig wirkt. 
Die ooagulirende Wirkung des Chloroforms auf Eiweiss 
ist von grossem Interesse: sie steht, ebenso wie die Wirkung 
aul den Blutlarbstofl, welcher dabei nach Formänek nichj 
oder jedenfalls nicht wesentlich verändert wird — abgesehen 
davon, dass er seine Löslichkeit einbüsst — soviel ich sehen 
kann, ohne Analogie da, wenn man in Erwägung zieht, dass 
das Chloroform schon in sehr kleinen Mengen wirkt, dass es 
eine fast ganz indifferente Substanz ist,Und dass das aus 
Mut erhaltene Coagulum sich Lösungsmitteln gegenüber an¬ 
scheinend ganz ebenso verhält, wie durch. Erhitzung ent¬ 
standenes, Die Möglichkeit, dass durch eine genauere Unter-' 
>uehung Unterschiede aufgefunden werden könnten, muss 
allerdings offen gelassen werden. 
Bezüglich der Eiweisskörper des Eieralbumens verfüge 
i« h nur über Beobachtungen an mit Wasser (in dem Ver- 
hühniss von 1 zu 2 bis 3 Wasser» versetztem, durch Chloro¬ 
form conservirtem Albumen des Hühnereiwcisses. Derartiges 
verdünntes Albumen gerinnt beim Aufbewahren nicht, wird 
jedoch stark opak. Mit Chloroformwasser vermischter Ei¬ 
dotter gesteht allmählich zu einem Brei. Das Filtrat der 
behufs Filtration mit Chloroformwasser verdünnten Masse ist 
ganz klar —- die Filtration erfolgt sehr langsam —schwach 
b Diese Zeitschrift, Bd. XV. 8. 220. 
2) Bert. klin. Wochenschr., 1809, Nr. 12.
        

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