Bauhaus-Universität Weimar

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suchen fiel bei ihm nur einmal bei Anwendung von 3 ccm. 
bis 5 ccm. Blut gegen gewöhnliche 1 ccm. die Zuckeroxydation 
stärker aus. Dagegen kamen bei gewissen Blutmengen am 
meisten schwächere Zuckerverluste vor, als bei 1 ccm. In 
zwei Experimenten z. B. oxydirten 0,5 ccm. mehr Zucker 
als 1 ccm. 
Auch bezüglich der Verhältnisse zwischen der Grösse der 
Zuckeroxydation und der Zuckerconcentration in der Lösung 
wurde von diesem Verfasser Aehnliches festgestellt, wie von 
mir. Bei Steigerung der Zuckerconcentration nahm die Glyko¬ 
lyse absolut zu, wenn sie auch bei gewissen Zuckerwerthen 
procentisch abzunehmen begann. Eine absolute Abnahme be¬ 
obachtete Biernacki unter diesen Bedingungen (gegen unsere 
Erfahrungen) nicht, wahrscheinlich deswegen, weil er nur mit 
gewissen Goncentrationsgraden (bis 5°/o Glykose) experimentirte. 
Endlich stellte er auch den Einfluss des Lösungsvolumens auf 
die Energie der Glykolyse fest. 
Höchst wahrscheinlich wiederholen sich alle diese That- 
sachen bei sonstigen Verdauungsenzymen. Ohne auf weitere 
Schlussfolgerungen eingehen zu wollen, möchten wir nur 
auf einen Umstand hin weisen: Wie problematischen 
Werth es erweisen sich alle modernen Methoden der 
quantitativen Enzymbestimmung im Lichte der mit 
Ptyalin gewonnenen Erfahrungen! Man schliesst auf die 
Menge des Ferments aus der Menge seines specifischen Pro¬ 
duktes. Und doch wurden, um dies noch einmal zu wieder¬ 
holen, in unseren Experimenten gleiche Zuckermengen unter 
gleichen Versuchsbedingungen ebenso gut durch eine Ptyalin¬ 
einheit, wie durch eine 90—100 Mal grössere geliefert. Wenn 
nun dasselbe z. B. mit dem Pepsin der Fall ist, so brauchen 
wir nicht näher auseinander zu setzen, was für einen Werth 
die vielen Arbeiten beanspruchen können, welche sich mit den 
quantitativen Schwankungen der Pepsinmenge bei pathologischer 
Magenverdauung befassten. 
Herrn Dr. E. Biernacki sage ich für die Anregung und 
Unterstützung bei dieser Arbeit meinen besten Dank.
        

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