Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über den Blutfabstoff. I. Ueber den Aether des Hämins. - II. Zur Kenntniss des Hämatoporphyrins
Person:
Nencki, M. J. Zaleski
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17441/50/
— 482 
10 g PCi5 wurden mit 60 g Tetrachlorkohlenstoff über- 
gossen, der Flüssigkeit 2 g reines Hämatoporphyrinhydrat 
zugesetzt und in einem Kölbchen 5 Stunden lang am Rück- 
flusskühler erwärmt. Eine Einwirkung fand statt, Es entwich 
HCl und der grösste Theil des Hämatoporphyrins ging in Lösung 
über. Hie gelbbraune Flüssigkeit wurde lii(Tauf vom Ungelösten 
liltrirt, über Nacht über SÖ4H2 und Aetzkalk im Vacuum stehen 
gelassen, am nächsten Tage mit Aether übergossen und zur 
Zerstörung des P0C13 mit Wasser geschüttelt. Die* abgehobene 
ätherische Lösung wurde verdunstet und der braune amorphe 
lliickstand in Chloroform gelöst. Nach Abdestilliren des 
Chh uoforms hint erblieb ein brauner Farbstoff in amorphen 
Körnern zurück, unlöslich in Wässer: in Aether und Alkohol 
mit brauugelber Farbe mit einem Stich ins Grün löslich. Die 
Lösung, passend verdünnt, zeigt im blauen Theil des Spedrums 
zwischen der Linie F und der Strontiumlinie einen ziemlich scharf 
begrenzten Absorptionsstreiten der Wellenlänge /. — 479—40ü 
entsprechend; In verdünnter Natronlauge löst sieh der Farb¬ 
stoff allmählich auf zu einer klaren braunrothon Flüssigkeit, 
die im Spectrum keinen Absorptionsstreifen mehr zeigt. 
Dieser Versuch war also misslungen, da die Reaction 
zu weit gegangen ist. Wir versuchten sodann ein biologisches 
Keductionsmittel — nämlich anäerobiotisehe Bactérien. Es 
gelang aber auch dadurch nicht, dem Hämatoporphyrin die 
zwei Sauerstoffatome zu entziehen. 
Es wurden zwei Kolben mit einer Nährlösung von 2,5 g 
Wittepepton, f),5 g Traubenzucker und 0,5 g Hämatoporphyrin- 
kalium in 500 ccm. Wasser sterilisirt: der eine mit Sporen 
von Tel anus, iler andere mit den Bacillen des malignen 
Oedems geimpft und nach 2stündiger Durchleitung von Wasser¬ 
stoff unter Luftabschluss bei Bruttemperatur stehen gelassen. 
Schon am nächsten Tage trat in beiden Kolben Gährung ein 
unter Entwickelung stinkender Gase. Am 4. Tage war das 
Hämatoporphyrin als rother Bodensatz abgeschieden und die 
Lösungen begannen sich zu klären, Am 8. Gährungsfage 
wurde der Kolben mit Tetanus und am 12. der mit malignem 
(ledern geöffnet. In beiden Kolben war der Inhalt stark
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.