Bauhaus-Universität Weimar

'Büdlich ist gegen die ganze Verwendung der Indi¬ 
en In re n der Kinwand erhoben worden, dass die im Urin 
vorkommenden Salze, also vor Allein das Natriumphosphat, nur 
theoretisch neutrale, h thafsächlich aber alkalisch reagirende 
II. Phosphate bilden. Daraus entsteht nun in der That ein 
Fehler, indem der Indicator alkalische Reaction schon etwas 
früher aiigibt, als die Rildung alles II. Phosphates vollzogen 
ist. und Ihr die Berechnung des Ueberschnsses der Säure- 
äquivalento muss der Ablauf der Reaction verlangt werden. 
Für die im Urin überhaupt verkommenden Phosphat mengen 
(normale und pathologische Fälle mitgenommen) macht nun 
dieser Fehler ganz wenig aus: für !<> ccm. Urin etwa 
2 Tropfen 0,1 1 io N;-XaÖH. Fr verwandelt sich aber 
geradezu in einen Vortheil, indem wir daraus ersehen, dass 
wir nicht auf die erste leiclite Farbenänderung, sondern etwas 
darüber hinaus titriren sollen, und dann ist der erfolgte Um¬ 
schlag viel leichter zu beurtheilen. Dass für die Titration an 
etwas dunklen Urim*n daraus nur ein Vortheil resultirt, ist 
otfenkundig. 
Fs ist jetzt noch Fiuwänden zu begegnen, die nicht wegen 
chemischer, sondern mehr wegen physikalischer Grunde die. 
Acidimétrie des Urins verunmöglichen wollten. Dahin gehört, 
vor Allem die heryörgehobene störende Kigen färbe. des Urins. 
Dieser Finwand ist berechtigt, spielt aber eine Rolle doch 
nur in einer kleinen ^Zahl der Fälle. Dann lässt sich immer 
noch durch Verdünnung mit Aqua destillata, im Nothfall 
Filtrirung durci» Thierkohle,2. die Schwierigkeit heben. 
Von Arbeiten über die Acidität des Urins, welche von 
der Ansicht ausgehen, dass die angeführten Schwierigkeiten 
einer titriinetrischen Bestimmung der Harnacidität theils nicht 
bestehen, theils kein absolutes II indem iss für die praktische 
Verwert hung derselben bilden, erwähne ich die beiden aus 
1 Das heisst, das Wert neutral hat mit der Reaction gar nichts 
zu thun. ist nur ein chemischer Begriff. 
2) Ce wohnliche Thierkohle darf nicht benützt werden, da sie viele 
Bïïsen enthalt und stark Säuren bindet. Die Chemiker benützen deshalb 
besonders präparirte neutrale Thierkohle.
        

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