Bauhaus-Universität Weimar

1—10* Mtrer wässeriger Milchzuckerlösung bereitet, zu jeder 
Probe 2.5 ccm. lo°/oigen Ammoniaks zugesetzt und dieselben 
-0—3t). Minuten lang auf 000 erwärmt. Die Lösungen färbten 
sich röthlich, hatten aber eine andere Nuance als die, welche 
ich mit Milchzucker nach Ausfällung des Gaseins oder mit 
Milohdialysaten erhalten habe. Der rosaviolette Farbenton 
fehlte. Erwärmt man dann solche Proben von reinem Milch¬ 
zucker auf 70° oder 80^, so wird die Färbung nur bräun¬ 
licher und noch mehr von der typischen Umikoffsehen 
Nuance verschieden. Dass andererseits der Milchzucker für 
das Zustandekommen der Reaction absolut nothwendig ist. 
gehl daraus hervor, dass nach Entfernung desselben aus dem 
Filtrat oder Bialysat der Milch die Reaction beim Erwärmen 
mit 10° <> igem Ammoniak ausbleibt. Es handelte sich nunmehr 
darum, herauszufinden, welcher andere Bestandtheil der Milch 
ausser dem Milchzucker für das Zustandekommen der charak¬ 
teristischen Färbung nothwendig ist. 
Dass sowohl Fett wie die Eiweissstoffe der Milch bei 
dieser Reaction ausser Betracht kommen, geht schon aus dem 
I mstande hervor, dass die Dialysale nicht allein der Frauen-, 
sondern auch der Milch der Kuh und anderer Pflanzenfresser 
die charakteristische Färbung geben. Eher konnte man denken, 
dass in den differenten Proteinstoffen der Ptlanzenfressermikii 
die Ursache liegt, dass diese Milch nicht die gleiche Färbung 
wie die Frauenmilch zeigt. Das Nächste war daher, in den 
Bestand!heilen der Dialysale die beim Erwärmen mit Am¬ 
moniak sich violettroth färbenden Substanzen zu suchen. 
Um grössere Mengen der Milch zu dialysiren, benutzte 
ich Schläuche aus Pergamentpapier. Bei kleinen Quantitäten 
— tU bis 20 ccm., womit ich namentlich bei Frauenmilch aus 
verschiedenen Lactationsperioden zu thun hatte — benutzte 
ich an beiden Enden offene kleine Glasröhren, wovon das eine 
Ende, zwecks dichten Verschlusses, wulstig abgeschmolzen, mit 
Pergament papier überzogen und mit Bindfaden zugebunden war. 
Kleine Mitehmengen dialysirte ich gewöhnlich gegen das vier¬ 
fache Volumen destillirten Wassers, grössere — 100 bis 
öoo ccm. — gegen das doppelte bis dreifache Volumen.
        

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