Bauhaus-Universität Weimar

Z. R Paw low im reinen Magensaft von Hundpn zur Verfügung 
standen, bei seiner hieganz und bequemen Ausführbarkeit 
vollkommen genügen. Für klinische Untersuchungen,' wo meist, 
gerade verdünnter Magensaft vorliegt, dürfte es freilich nicht 
zureichen, ja es könnte, wie meine Versuche . gezeigt haben, 
insofern zu falschen Schlüssen führen, als es bei geringem 
Pepsingehalt ganz negative Resultate gibt, wo das Verfahren 
von E. Schütz und mir gut bestimmbare Werthe liefert. 
Es ist einleuchtend, dass sich das Verfahren in der von 
mir gegebenen oder einer zweckmässig vereinfachten Form 
auch für klinische Untersuchungen eignet. Aber auch das 
\ erfahren von Mett lässt sich wohl nach meinen Erfahrungen 
durch Wahl eines der Pepsinwirkung zugänglicheren Eiwetss- 
kürpers der Praxis dienstbar machen. Doch hätte dies neuerliche 
umfassende Untersuchungen nöthig gemacht, denen ich im 
Augenblick nicht näher treten kann. 
Pawlow1) gibt an, dass /lie E. Schütz*.sehe Régel auch 
für die Wirkung des Trypsins, des Steapsins und Ptyalins 
Gültigkeit besitzt. Sollte sich dies bestätigen, so hätten wir 
es mit einer bei spaltenden Fermenten verbreiteten Gesetz¬ 
mässigkeit zu thun. Das Bedürfniss nach Aufklärung der ihr 
zu Grunde liegenden Bedingungen ist . daher begreiflich. 
W ie oben erwähnt, ist Schutzs Beobachtung vielfach 
auf Misstrauen gestossen, so weit ersichtlich aus dem Grund, 
weil sie dem Princip der einfachen Proportionalität chemischer 
Wirkungen widerspricht. Vermutlich, ist dieser Widerspruch 
nur ein scheinbarer. Herr Professor Hofmeister macht mich 
nämlich auf die formale Aehnlichkeit aufmerksam, welche 
zwischen der Schütz sehen Regel und dem#.'Verhalten ge¬ 
löster, in geringem Umfang dissociirter Substanzen bestellt. 
Nach den Gesetzen der Dissociation ist bei constariter Temjieratur 
die Concentration der dissociirten Moleküle bei geringfügiger 
Dissociation proportional der Ouadratwurzel aus der Gesamrnt- 
concentration.2) Stellt man sich nun vor, dass das Pepsin 
1) A. a. o. S. 33 ff. 
2) Vgl. Nernst. Theoretische Chemie S. 307.
        

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