Bauhaus-Universität Weimar

kömmlinge der Methode und Formose zu erhalten und ihr 
Verhalten im Organismus zu verfolgen. Diese leichtere Oxydir- 
barkeit des ^-Methylglycosids olfenbart sich auch bei allen 
anderen Arten der Einführung : bei der Einführung in die 
v. mesenterica oder den Magen hungernder Kaninchen war im 
Harn kein Zucker vorhanden, bei Einführung in den Magen 
satter Kaninchen war der Procentsatz desselben im Harn ein 
sehr unbedeutender. Die Methose wird, wie es den Anschein 
bat, auch leichter oxvdirt als Formose und Glycose. Eine be¬ 
sondere Beachtung verdient das Auftreten von Glycosurie nach 
Einführung der untersuchten Substanzen in die v. mesenterica 
bei satten Kaninchen. Ich enthalte mich davon, (*ine be¬ 
stimmte Erklärung dieser Erscheinung zu geben, und kann nur 
Vermuthungen aussprechen. Ich denke mir, dass diese Er¬ 
scheinung am leichtesten durch besondere Reize erklärt werden 
könnte, welche die eingeführten .Substanzen auf das -Leber¬ 
parenchym ausüben, Reize, welche einen verstärkten und so¬ 
fortigen Uebergang des in der Leber abgelagerten Glycogens 
in Zucker bedingen. Von diesem Gesichtspunkt aus wäre die 
beobachtete Glycosurie das Resultat einer Glykämie. Die 
Abwesenheit der Glycosurie nach Fütterungen mit diesen Sub¬ 
stanzen könnte dahin erklärt werden, dass im letzteren Fall 
die eingelührte Substanz allmählich in das Pfortadersvslem 
gelangt und folglich die Concentration derselben in dem 
die Leber durchströmenden Blute eine viel, geringere ist als 
bei der direkten Injection in die v. mesenterica: damit ist es 
aber auch verständlich, dass der Reiz selber dermaassen schwach 
sein kann, dass er sich nicht in einer Glycosurie olfenbart. 
Zu Gunsten der angeführten Erklärungen sprechen auch That- 
sachen, welche bei der Section der Kaninchen erhoben wurden. 
Nach der Fütterung hungernder Kaninchen mit Formose er¬ 
scheint die Leber bei der Section dunkelgefärbt und stark 
hyperämisch : der wässerige Extract aus einer derartigen Leber 
ist entgegengesetzt dem gewöhnlichen Verhalten zäh find filtrirl 
schlecht, mit anderen \\ orten, die Leber erscheint in gewissem 
Grade pathologisch verändert: wie wir aber gesehen haben, 
wird nach Einführung von Formose die Glycosurie am stärksten
        

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