Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Kenntniss einiger Eigenschaften des Glutins
Person:
Mörner, Karl Th.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17369/8/
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anfänglichen Versuche ein Glutinpräparat (Nr. I) durch 24 ständi¬ 
ges Auslaugen mit O,l°/oiger Kalilauge und 7 tägiges Auswaschen 
mit destillirtem Wasser resp. verdünnter Essigsäure dargestellt. 
Die Analyse ergab 0,19 °/o Schwefel.1) Dieser auffallend nie¬ 
drige Werth legte anfänglich die Vermuthung eines Analysen¬ 
fehlers2) nahe, seine Richtigkeit wurde jedoch von zwei weiteren 
Bestimmungen, die 0,20°/o ergaben, bestätigt. Unwillkürlich 
warf sich die Frage auf, ob dasselbe Gelatinematerial bei 
grösserer Energie der Kalibehandlung wohl noch schwefelärmere 
oder vielleicht gar gänzlich schwefelfreie Glutinpräparate liefern 
möchte. Um dies zu ermitteln, wurden 5 Versuche mit ver¬ 
schiedenartiger Intensität der Kalieinwirkung angestellt. Aus 
jedem Versuche ging ein Glutinpräparat hervor (Nr. II—VI), 
das auf seinen Schwefelgehalt hin analysirt wurde. Die An¬ 
ordnung des Reinigungsverfahrens nebst den Ergebnissen der 
Analyse sind aus der nachstehenden Tabelle ersichtlich. 
Nr. 
des Glutin¬ 
präparates 
Auswaschung 
während 
insgesammt 
(Tage) 
Auswaschung mit 
Kalilauge 
während 
(Tage) 
Concentration 
der 
Kalilauge 
C7o) 
Schwefel¬ 
gehalt 
des Glutins 
(%) 
I 
8 
1 
0,1 
0,20 
II 
12 
4 
0,1 
0,20 
III 
12 
8 
0,1 
0,18 
IV 
26 
20 
0,1 
0,20 
V 
26 
20 
0,2 
0,20 
VI 
16 
10 
0,5 
0,20 
1) Hier und in der Folge werden die Analysenresultate auf 
aschefreie Trockensubstanz berechnet angegeben. Bei sämmt- 
lichen Schwefelbestimmungen bediente ich mich der von Hammarsten 
(L S. 283 ff.) auf ihre Fehlerquellen hin so sorgfältig kontrollirten 
Liebig’sehen Methode. Von dem Untersuchungsmaterial wurden per 
Analyse etwa 2,0 g, in keinem Falle weniger als 1,8 g verbraucht. (Als 
weniger angemessen ist zu bezeichnen, dass Faust (G) bei Schwefel¬ 
bestimmungen in Bezug auf ein so schwefelarmes Material, wie das 
Glutin es ist, sich öfters mit einer Quantität von 0,5—0,6 g, ja einmal 
mit nur kaum 0,4 g per Analyse, begnügt.) 
2) Die obenwähnte, in einer neuen amerikanischen Zeitschrift 
erschienene Arbeit van Name’s war mir damals nicht bekannt. Erst 
nach Abschluss der einschlägigen Laboratorienarbeiten erfuhr ich von
        

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