Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss der peptischen Spaltungsprodukte des Fibrins. I. Theil
Person:
Pick, Ernst P.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17353/61/
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untersuchten Fractionen orientirt zu sein. Gerade das Fehlen 
gewisser für die meisten genuinen Eiweisskörper so charak¬ 
teristischen Merkmale, so der Furfurolreactionen, bei beiden 
Albumosen könnte verleiten, dieselben als von der Mutter¬ 
substanz recht weit abstehende Spaltungsprodukte anzusehen, 
welche vielleicht selbst erst aus einer der übrigen Fractionen 
durch Abspaltung hervorgegangen sind. Für die Kühne’sehe 
Proto- und Heteroalbumose hat Neumeister1) nachgewiesen, 
dass bei der peptischen Verdauung des Fibrins, sowie beim 
Kochen mit lfl/oiger Schwefelsäure zunächst nur Proto- und 
Heteroalbumose gebildet werden, während Deuteroalbumose erst 
später auftreten soll. Gold Schmidt2) konnte durch zahlreiche 
Versuche, die an Eiereiweiss und krystallisirtem Serumalbumin 
angestellt waren und die genaue zeitliche Einwirkung von 
Schwefelsäure und Salzsäure bei verschiedener Temperatur 
und Concentration zu beurtheilen gestatteten, feststellen, dass 
die «primären Albumosen zwar frühzeitig auftreten, jedoch 
keineswegs zur Bildung aller Deuteroalbumosen nothwendig 
sind. Einen besseren Ueberblick dieser Verhältnisse gestatten 
die von E. Zunz3) durchgeführten umfangreichen quantitativen 
Untersuchungen über die Verdauungsprodukte verschiedener 
Ei weisskörper, deren Resultate für die hier aufgeworfene Frage 
von einschneidendster Bedeutung sind und weiter unten noch 
erörtert werden sollen. Bezüglich der Verdauungsprodukte 
des Fibrins, das weder von Goldschmidt, noch von Zunz 
in den Bereich ihrer Untersuchungen gezogen worden w^ar, 
versuchte ich in nachfolgender Weise durch Verfolgung des 
zeitlichen Verlaufes der Verdauung über den Zusammenhang 
der beiden Produkte mit dem Fibrin Aufschluss zu erlangen. 
Gut gewaschenes Fibrin wurde zu etwa 20—25 g in drei Kölbchen 
mit etwa 250 ccm. 0,25 °/g iger Salzsäure und Grübler’schem Pepsin in 
den Brutschrank bei 35—40- gebracht und die Verdauung beim ersten 
Kölbchen nach drei Stunden, beim zweiten nach 20 Minuten und beim 
dritten nach 5 Minuten unterbrochen, die einzelnen Lösungen neutralisirt, 
über freier Flamme in der Schale aufgekocht und von dem abgeschiedenen 
1) Zeitschr. f. Biologie, Bd. 5. 1887, S. 387. 
2) a. a. O. 
3) E. Zunz. Diese Zeitschr.. Bd. XXVIII, S. 123.
        

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