Bauhaus-Universität Weimar

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Die übrigen, von Gürber (Fig. 3aj und Maillard (Fig. 3e) 
beschriebenen Formen entstehen lediglich durch das Hinzu¬ 
treten einiger weiterer Flächen. Dieselben sind mir durch 
Autopsie nicht bekannt geworden. 
Gürber hat zuerst nachgewiesen, dass die Krystalle 
sich in vortrefflicher Weise tingiren lassen, ferner, dass die¬ 
selben durch Erwärmen in der Mutterlauge unter vollständiger 
Erhaltung der Form in Wasser unlöslich und zugleich isotrop 
werden. Ebenso verdankt man ihm die erste Mittheilung, dass 
diese amorphe Masse nach dreiwöchentlichem Liegen in der 
Mutterlauge wieder doppelbrechend, aber negativ wird. 
Die an den Serumalbuminkrystallen gemachten Wahr¬ 
nehmungen sind indessen noch nicht ausreichend, dieselben 
ohne Weiteres einer bestimmten Krystallklasse zuzuweisen, 
wenngleich der Habitus dafür spricht, dass sie der dihexagonal- 
pyramidalen angehören. Ausschlaggebend wäre in dieser Be¬ 
ziehung erst die Untersuchung von Querschnitten im conver- 
genten Licht. Die Herstellung derartiger Objecte muss in An¬ 
betracht der Kleinheit, der Weichheit und Schlüpfrigkeit der 
Individuen als unthunlich gelten, so dass nach einem anderen 
Auskunftsmittel Umschau gehalten werden musste. 
Da die Albuminlösungen optiseh-activ und- zwar links- 
drehend sind, so lag der Gedanke sehr nahe, dass auch die 
Krystalle Circularpolarisation aufweisen würden. H. Landolt 
hat nun dargethan, dass auch Fragmente circularpolarisirender 
Krystalle, sobald sie in eine Flüssigkeit von gleichem Brechungs¬ 
exponenten gebracht werden, das gleiche Verhalten zeigen, wie 
die Krystalle selbst.1 ) Sowohl die concentrirte Lösung des 
Ammoniumsulfats, als das mit dieser gemischte Glycerin! besitzen 
einen weit niedrigeren Brechungsexponenten, als die Albumin- 
krystalle. Flüssigkeiten, welche die Bedingungen zu erfüllen 
im Stande wären, sind bis jetzt nicht bekannt und damit 
1) Ueber das Verhalten circularpolarisirender Krystalle im ge¬ 
pulverten Zustande. Sitzungsbericht Akad. Berlin 1896, S. 185 : auch 
Bericht d. deutsch, chem. Gesellsch. XXIX. 2. Berlin 1896, S. 2404.
        

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