Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Acetonurie bei Phloridzinvergiftung
Person:
Geelmuyden, H. Chr.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17284/5/
ViTHiclio mit ausschliesslicher Fettfütternng bei einem phlorid- 
zm vergifteten Hunde verfüge, ln dem einen hat das Fett 
Kindertalg — die Acetonurie ganz verhindert, in 
dein anderen ist dieselbe gegenüber der Hunger¬ 
tod on urie etwas herabgesetzt. 
In Anbetracht dessen, dass Menschen bei Hunger und 
bei’ Ernährung mit Fleisch und Kohlenhydraten sich sonst, 
was die Acetonurie anbelangt, wie phloridzin vergiftete Hunde 
verhalten, ist die Erfahrung etwas aulfallend, dass Fett die 
Acetonurie bei den letzteren verhindern kann. Hei Menschen 
scheint nämlich häufig das entgegengesetzte statt zu tindèn. 
Mi habe in der oben citirten Abhandlung1) angedeutet, dass 
das wechselnde Verhalten der Acetonurie nach Fettfütterung 
bei Menschen möglicher Weise seinen Grund darin haben 
konnte, dass als Fettzusatz zur Nahrung Hutter verwendet 
wurde und dass die Steigerung der Acetonurie von dem Gehalt 
der Hutter an flüchtigen Fettsäuren bewirkt sein konnte. 
Von dieser Vermut hung geleitet, habe ich eine Keihe von 
Versuchen angestellt, bei welchen phloridzrnvergiftete Hunde 
eine mit Natron neutralisirte Lösung von Huttersäure, theils 
durch Sonde in den Magen, thcils unter die Haut eingespritzt 
bekamen. Es zeigte sich, dass die Huttersäure — in (iahen 
von ca. 2 gr. — in den Magen hineingebracht bei sonst 
g le i e h e n V e rhältniss en die A e et on ur i e ve r mehrt, unter 
die Haut gebracht dagegen nicht oder nur in geringem 
Krade. Ein 9 kg. schwerer, phloridzinvergifteter Hjind schied 
7 H- bei Hunger während zweier Versüchstage zusammen 
loi mgr. Aceton und dl,5 gr. Zucker in 420 ccm.2} Harn 
aus. In einem Parallel versuch wurden 2,2 gr. Huttersäure in 
‘len Magen hineingebracht. Während der entsprechendeu zwei 
\crsuehstage wurden hier 5öi mgr. Aceton Vmd Hi,4 gr. Zucker 
iu 7H0 ccm. Harn ausgeschieden. Die Acetonmenge ist in 
dem letzten Versuch 259°/o, die Harnmenge blbssT740;c> höher 
als in dem Hungerversuch. 
i). 1. c. S. i72. 
~j 9er Ham wurde täglich mit Katheter entleert.
        

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