Bauhaus-Universität Weimar

begegnen, betone ich ausdrücklich, dass das Resultat ganz um 
abhängig von der Frage ist, welche und wie viel Enzyme in 
dem Produkt, das wir Emulsin nennen, und in der Hefe ent¬ 
halten sind. 
Der Unterschied, welcher uns hier bei den Enzymen ent¬ 
gegentritt, ist derselbe, wie man ihn längst für die Gährungs- 
' Organismen kennen gelernt hatte. Ferner zeigen meine Ver¬ 
suche, dass von den vielen künstlichen Glucosiden der Pen- 
tosen, Hoxosen und Heptosen nur diejenigen des Traubenzuckers 
und der galactose von Emulsin bezw. Hefenenzymen angegriffen 
werden. 
Die Möglichkeit, dass es sich bei den «- und ^Glucosiden 
nicht um Stereoisomerie, sondern um Strukturisoinerie handelt. 
lässt sich allerdings nicht streng ausschliessen, und es ist des¬ 
halb denkbar, dass meine Betrachtungen hier nicht der Wirk¬ 
lichkeit entsprechen. Aber dass alle diese zahlreichen Glucoside 
in Rezug auf die Glucosidgruppe strukturell verschieden seien. 
ist nicht anzunehmen. Die Indifferenz obiger Enzyme gegen 
das Mannosid, gegen die Xyloside, Arabinoside, Heptoside und 
Rhamnoside ist deshalb offenbar auch nur stereochemisch zu 
begreifen, und wenn man endlich die alkoholische Gährung 
nach E. Ruchners Entdeckung als enzymatischen Vorgang 
hinzuzählt, so kann die Abhängigkeit desselben von der Con¬ 
figuration des Monosaccharids noch viel weniger bezweifelt 
worden. 
Der Grund dieser Erscheinungen liegt aller Wahrschein¬ 
lichkeit nach in dem asymmetrischen Bau des Enzvmmolekük 
Denn wenn man diese Stoffe auch noch nicht im reinen Zustand 
kennt, so ist ihre Aehnlichkeit mit den Proteinstoffen doch so 
gross und ihre Entstehung aus den letzteren so wahrscheinlich. 
dass sie zweifellos selbst als optisch aktive und mithin asym¬ 
metrisch molekulare Gebilde zu betrachten sind. Das hat zu 
der Hypothese geführt, dass zwischen den Enzymen und ihrem 
Angriffsobjekt eine Aehnlichkeit der molekularen Configuration 
bestehen muss, wenn Reaction erfolgen soll.1) üm diesen Ge-. 
R K. Fischer und ThierfeKler. Rer. d. d. ehern. Ges. 27, 20H(>.
        

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