Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Kenntniss der brenzcatechinähnlichen Substanz in den Nebennieren. II. Mittheilung
Person:
Fürth, O. von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17263/10/
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einem Kaninchen, dessen Blutdruck durch Chloroformwirkun« 
aul ■>4 mm, ahgesunken war und dessen Herz nur mehr ganz 
schwach pulsirte, durch intravenöse Injection von 0,0004 gr 
hei gleichzeitiger Einleitung künstlicher Athmung der Druck 
Immen 85 Seeunden auf 130 mm., also um 106 mm. in die 
Hohe getrieben werden. Die Dauer der Wirkung einer ein¬ 
zelnen Injection hing von der Menge der injicirten Substanz 
■’ überschritt aber niemals die Dauer weniger Minuten. Da¬ 
gegen gelang es, durch sehr langsames Einfliessenlassen einer 
stark verdünnten Lösung aus' einer Bürette in die Jugularvene 
„den Druck lange Zeit auf der Höhe zu erhalten. Bei einem 
Kaninchen, dessen Blutdruck zu Beginn des Versuches 104 mm. 
betrug, wurde; eine Dosis von 0,005 gr., in 100 ccm. physio¬ 
logischer Kochsalzlösung gelöst, im Laufe von einer Stunde 
»ljicirt ; der Druck wurde so im Laufe von 45 Minuten auf 
der Höhe von 144 -146 mm. bei ausserordentlich regelmässiger 
Herzact ion gehalten, dann begann der Druck langsam abzu- 
sinken: nach Ablauf einer Stünde betrug er aber immer noch 
130 min. Nach Sistirung der Injection nahm der Druck den 
Anfangswerth von 104 mm. wieder an. Dieselbe Dosis von 
p,00o gr., einem Kaninchen auf einmal injicirt, bewirkte einen 
mächtigen Anstieg des Druckes und sodann plötzlichen Tod: 
bei subcutaner Application dieses Quantums war an der Blut- 
druckcurve gar kein Effect zu bemerken. Bei einem Kaninchen 
wurde durch intravenöse Infusion einer verdünnten Kalium¬ 
chloridlösung der Blutdruck nahezu bis zur Abscisse herab¬ 
gesetzt, wobei das Herz nur mehr seltene, ganz schwache 
Contractionen ausführte ; die Injection einer grossen Dosis des 
11 apurais trieb ihn momentan bis hoch über die Norm empor, 
und nunmehr gelang es, durch langsame Infusion einer stark 
verdünnten Lösung aus einer Bürette den Druck mehr als 
2(1 Minuten über der Norm zu erhalten. Sobald aber die In¬ 
fusion auch nur für kurze Zeit unterbrochen wurde, sank der 
Druck alsbald zu gefahrdrohender Tiefe ab, um bei neuerlicher 
Inlusion wieder prompt anzusteigen. Als schliesslich die In¬ 
fusion sistirt wurde, starb das Thier innerhalb weniger 
Augenblicke.
        

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