Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Physiologie des Menschen für Vorlesungen. Zweiter Band
Person:
Müller, Johannes
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17252/782/
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Schlussbemerkungen Uber die 
zu der mongolischen und caucasischen Race behaupten, nicht 
ohne Wilikühr zieht man sie zu einer von beiden herüber. 
Ebenso ist es mit den Papus und Alfuros im Verhältniss z.u den 
Malayen und Negern. Enter den Bewohnern der Inseln des 
stillen Meers kann man schwarze, braune und selbst weisse unter¬ 
scheiden!, wenigstens giebt es auf den Gesellschaftsinseln sowohl 
weisse als gelbbraune Menschen. Es kann hier nicht eiufallen, 
die weissen zu der caucasischen Race zählen zu wollen, ebenso 
wenig als es gemeint sein kann, die Guyacas unter den America- 
nein wegen ihrer fast weissen Farbe für identisch mit der cau~ 
easischen Race sit halten; vielmehr scheinen diese Variationen 
ohngefähr so, wie die blonde und dunkele Varietät unter den 
Europäern entstanden zu sein. Es fragt sich aber auch, ob 
nlhht die Racen der Papus und Alfuros der Ableitung nach den 
Negern Africas fremd sind, und ob diese schwarzen Racen des 
indischen Archipels nicht vielmehr in einem weit nähern Zusam¬ 
menhänge mit der braunen malayischen Race stehen, so dass sich 
die schwarze und braune malayische Race zu einander verhielten, 
wie die eigentlichen Neger und schwarzbraunen Südafricaner. 
Es ist kein nothwendiger Grund vorhanden, alle auf der Erde 
vorkommenden schwarzen, oder alle braunen und weissen Völker 
von einander abzuleiten, vielmehr wenn Verschiedenes aus Einem 
hervorgehen kann, so begreift man sehr wohl, wie die Natur 
unter geschichtlich getrennt gebliebenen entfernten Nationen auch 
möglicherweise zu ähnlichen Formen führen kann. 
D ie Aehnlichkeit und Verschiedenheit der Sprache kann zu¬ 
weilen für die Stellung der Völker zu gegebenen B.acen leitend 
sein, aber auch dies ist nicht immer sicher: denn man trifft nicht 
selten Sprachen von ganz verschiedenen Sprachstäminen bei einer 
und derselben Race; Sprachen gehen unter und werden verdrängt, 
wie die Racen. 
Mit Rücksicht auf die Sprachenstämme kann man auf den» 
grossen Europäischasiatischen Continent unterscheiden: 
1. Die Völker des indoeuropäischen Sprachenstammes umfas¬ 
send das Sanskrit, die Persische, Griechische, Lateinische, Ger¬ 
manische Celtische, Slavische Sprache. 
2. Die Semitischen Sprachen, Aramäische, Phönicische, He¬ 
bräische, Arabische, wozu noch die Aethiopische oder Geezische 
im nördlichen und nordöstlichen Africa. 
Das sind die Völker, welche die bedeutendste Geschichte gehabt, 
die am meisten der Cultur fällig gewesen, es sind aber die, welche 
unter dem Namen der caucasischen Race zusammengefasst sind. 
3. Die Völker der Tschudischen Sprachen, wohin die mehr 
oder weniger verwandten Sprachen der Ungern, Finnen, Lappen, 
Samojeden, Esthen, Lieven, der Permier, der Wogulen, der Ostia- 
ken, der Tscheremissen, der Mordvinen, der Koriäken, Tschutkt- 
schen, Kurilen, von Einigen auch die Sprachen der kaukasischen 
Völker, wie der Georgier, Tscherkessen gerechnet werden. 
4. Die Völker der tartarischen, mongolischen Sprachen, wie 
der Mandschu in China, der Türken, Usbeken, Bucharen, Basch¬ 
kiren, Jakuten, Kirgisen, Kalmücken, Tungusen u. a.
        

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