Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Physiologie des Menschen für Vorlesungen. Zweiter Band
Person:
Müller, Johannes
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17252/754/
748 VIII. Buch, V. d. Entwickelung. II. Abschn. Entwickl. d. Organe, 
Verhältniss zum Gang des Nabelbläschens im Zusammenhänge 
steht. Indem sich der zum Nabel gebende obere Theil des Darms 
verlängert und windet, der vom Nabel zurückgehende untere 
Theil des Darms aber sich erbebt, so entsteht der grosse Bogen 
oder Kranz des Dickdarms um den grossem Theil des dünnen 
Gedärmes. Meckel, Archiv 1817. Mueller, ebend. 1830. Ueber 
die Bildung des Peritoneums und Gekröses siebe oben p. 678. 
Das Gekröse ist anfangs gerade, wie der Darm selbst, und 
auch der anfangs gerade gestellte Magen hat sein Mesogastrium, 
welches von seiner grossen Curvatur ausgehend ihn an die hintere 
Mittellinie der Bauchhöhle haftet. Wie dieses Mesogastrium .sich 
mit dem Magen querstellt, Omentum majus wird und mit dem 
Colon transversum sich später verbindet, ist schon oben Band I. 
3. Aufl. p. 402 auseinandergesetzt worden, wie auch, dass die Milz 
innerhalb des Mesogastriums entsteht, und also so gut wie die 
Mesenterialdrusen ein symmetrisches Organ ist. Ueber die Ent¬ 
wickelung der Leber, des Pancreas und der Speicheldrüsen siehe 
oben Bd. J. 3. Aufl. p. 377. Bd. II. p. 687. 
8. Ifherawei'lüeugr. 
lieber die erste Entwickelung der Lungen siebe oben p. 699. 
Die Langen entstehen zuerst als llöckerchen an der Bauehw’an- 
dung der Speiseröhre, an ihrem vordem Umfange hängen sie 
zusammen, und hier zieht sich ein Stiei in die Luftröhre aus. 
Bald erscheint die Lunge als ein Haufen von Blinddärmchen, 
welche von den Luftröhrenästen ausgehen. In Hinsicht des ein¬ 
zelnen und der Entwickelung der Luftröhre und des Kehlkopfes 
verweise ich auf die besondere Werke: v. Baer a. a. O. Rathke 
JS'ova Act. ]\at. Cur. XIV. 1. ft. 162. Valentin a. a. O. p. 49. 
In Hinsicht des Zwerchfells hat v. Baer beobachtet, dass je 
weiter man in der Entwickelung zurückgeht, um so weiter nach 
vorn stehend das Ziverchfell angetroffen wird. So sah er an 
Schweinchen von ‘ Zoll Länge, wo die Herzkammern so eben 
im Rumpfe Platz genommen, den obere Rand des Zwerchfelles 
an den Anfang des Rumpfes, scheinbar an den ersten Brustwirbel 
gehen. Mit Sicherheit konnte er das Zwerchfell noch erkennen, 
wenn die ungetheilte Herzkammer kaum noch in den Rumpf 
einzutreten anfing, a. a. O. II. p. 226. 
9. Wolff’s che Körper, Harnwerkzcu ge, Ges clil e c fits th eile. 
Die WoLFF’schen Körper sind zuerst von C. Fr. Wolff ge¬ 
sehen, aber für die Uranlage der Nieren gehalten worden. Oken 
kannte sie bei Säugethicren, Meckel kannte sie ebenfalls beim 
Menschen und den Säugethieren, erkannte jedoch ihre Eigen¬ 
tümlichkeit nicht und stellte sie mit den Nebenhoden zusammen. 
Rathke hat sie bei Vögeln, Säugethieren und beschuppten Am¬ 
phibien untersucht, die Unabhängigkeit der Nieren von ihnen 
gesehen, er stellte sie noch mit dem Nebenhoden zusammen, wäh¬ 
rend sie bei den Weibchen verschwinden. Da sie bei den Fischen
        

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