Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Physiologie des Menschen für Vorlesungen. Zweiter Band
Person:
Müller, Johannes
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17252/719/
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Entwickelung der Säugelhiere und des Menschen. 
Höhle des Chorions war mit einem gallertigen Gewebe gefüllt, 
in welchem gegen das eine Ende des Eies ein kleiner runder 
Körper eingebettet war, cKe bläschenartige Keimhaut. Der Em¬ 
bryo war noch nicht sichtbar. 
Aus derZeit, w’o der Embryo sich vom Dottersack abschnürt, 
Amnion und Allantois sich bilden, aber der Embryo noch nicht 
an dem Chorion durch eine Ailantoide aufgehängt ist, sind an 
erster Stelle zwei Beobachtungen von Allen Thomson Edinb. med. 
a. surg. Journ. N. 140. Fig. 1. II. zu nennen. Sie betreffen zwei 
mit Chorionszotten versehene Eier, wovon das eine ^ Zoll, das 
andere gegen -( Zoll im Durchmesser hatte. In dem kleinen Ei füllte 
der Dottcrsack oder die Nabelblase den grossem Theil des Cho¬ 
rions, aber' nicht ganz aus, der Raum zwischen beiden war durch 
ein zähes Gewebe von albuminösen Fäden eingenommen. Der 
Embryo 1'" lang, lag mit der Bauchseite flach auf der Oberfläche 
des Dottersacks auf, mit welchem die Carina eine gemeinschaftliche 
Höhle bildete. Im zweiten Eichen war der Raum des Chorions 
im Verhältniss zum Embryo sehr gross und von dem schon ge¬ 
nannten fadigen Gewebe eingenommen. Der Embryo und Dot¬ 
tersack hingen am Chorion durch eine dichtere Stelle dieses 
Gewebes an. Derselbe hing mit dem Dottersack nicht durch 
einen Stiel zusammen, sondern lag ganz flach auf und seine Seiten 
gingen in die Wände des Dottersacks über. Am Embryo un¬ 
terscheidet man ungemein deutlich die Piückenwülste, welche noch 
nicht vereinigt sind. Keine Allantois, kein Amnion. 
Zu dieser Periode gehören auch mehrere Beobachtungen von 
begonnener Entwickelung der Ailantoide, nämlich diejenigen, wo 
zwei gestielte Bläschen aus dem Bauche hervorhängen, ohne dem 
Chorion verwachsen zu seyn, namentlich die Beobachtungen von 
Pocrels und Coste. 
Eine andere Reihe von Beobachtungen fällt in die Zeit von 
der Anheftung des Eies an das Chorion durch die Ailantoide, bis 
zur Ausbildung des Näbelstranges. In dieser Zeit ist noch keine 
Nabelstrangscheide des Amnions, die die aus dem Bauch austre¬ 
tenden Theile vereinigt. Dahin gehört wieder eine Beobachtung 
von A. Thomson a. a. O. Fig. III. Der Fötus war ‘ Zoll lang, 
das Herz hing als eine Gefassscblinge vor dem Körper heraus. 
Der Darm war ein gerader Canal, der Mund, aber nicht der After 
formirt. In der Mitte des Körpers öffnete sich der Darm durch 
eine weite Oeffnung in den Dottersack oder das Nabelbläschen, 
welches sich in seinem untern Theil zu verengen beginnt. Aus 
dem Hintertheil des Fötus ging ein bimförmiger Körper hervor, 
welcher den Fötus an das Chorion befestigte. Zwei Kiemen¬ 
spalten waren sichtbar. Amnion fehlte (wahrscheinlich wegen 
krankhafter Entwickelung). Hierauf folgen zwei ganz überein¬ 
stimmende Beobachtungen von R. Wagner und mir, letztere ist 
die oben erwähnte. 
Von jenem Eichen von 7 — 8 Linien Durchmesser, das ich 
Herrn Dr. Wolf in Bonn verdanke, hatte Prof. D’Alton einst 
die Güte eine Zeichnung zu machen, ich theile sie auf der diesem 
Bande beigegebenen Kupfertafel mit. Der Embryo ist 2| Linien* 
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