Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Physiologie des Menschen für Vorlesungen. Zweiter Band
Person:
Müller, Johannes
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17252/384/
.‘ITS V. Buch. Von den Sinnen. I. Ahse/m. Vom Gesichtssinn. 
Obere beider Augen und dus Untere beider Augen als identisch 
sich deckt, a deckt h deckt i>, c deckt c. 
Die Puncte die zwischen a und c in einem Auge liegen, sind 
wieder identisch mit den entsprechenden zwischen « und c des 
andern, die Puncte zwischen h und c des einen identisch mit den 
entsprechenden des andern.. Denn gebt man heim Drücken mit 
dem Finger ■von identischen Stellen beider Augen aus, z. B. von 
der linken Seite beider Augen und rückt glcichmässig in beiden 
Augen mit dem Drücken nach oben fort, so bleibt die Druckligur 
immer einfach und so kann man im Kreise: herum geben und die 
Figur immer einfach sehen. Sobald man sieh aber von diesen 
identischen Stellen beider Augen mit dem drückenden Finger ent¬ 
fernt, so erscheinen sogleich Doppelbilder. 
Durch diese Versuche kömmt man schon vorläufig zu der TJc- 
berzeugung, dass das, was in vollkommen übereinstimmenden Stellen 
liegt, auch identisch ist. Vollkommen übereinstimmend ist aber, 
was an dem Sphärenahschnitt der Retina, in demselben Meridian und 
( lemse Iben 1 *ara 11 e I k re is liegt, die Mitte der Retina als Pol betrachtet, 
oder was von der Mitte der Retina in gleicher Richtung gleich 
weit entfernt ist. Alle übrigen Stellen beider Netzhäute sind dif¬ 
ferent, sind sie nffieirt, so ist cs geradesogut, als oh verschiedene 
Stellen in einem einzigen Auge atlieirt wären, und die Doppelbil¬ 
der des Auges A und Auges G sind um so weit von einander 
entfernt, als das Rild des Auges A von der Stelle des Auges A ent¬ 
fernt ist, mit der die Stelle des Doppelbildes im Auge B identisch ist. 
Oder um auf die schon gebrauchten Figuren p.377. zurückzukom¬ 
men, ist a in dem einen Auge atlieirt, // in dem andern, a aber 
mil d, h mit V identisch, so ist die Entfernung der Doppelbilder 
a und // gerade so gross, als die Entfernung von a und b in dem 
einen Auge, oder die Entfernung von a und b in dem andern. 
Denn es ist gerade so gut als oh in dem einen Auge yl die Stel¬ 
len a und b atlieirt wären. 
Die Anwendung auf die objectiven Gesichtserscheinungen cr- 
giebt sich nun von selbst. Haben die Augen eine solche Stellung 
gegen da$ leuchtende Object, dass gleiche Rüder desselben Ob¬ 
jectes auf identische Theile beider, beizhäute lallen, so kann das 
Object nur einfach gesehen werden, in jedem andern Falle aber 
werden Doppelbilder gesehen werden müssen. Die Stellung bei¬ 
der Augen gegen das Object, wobei identische Stellen beider Au¬ 
gen von demselben Object ein Rild erhalten, ist nun die, wenn 
die Achsen beider Augen in einem Puncte des Objectes Zusam¬ 
mentreffen, wie, cs immer bei der Fixation des Gegenstandes ge¬ 
schieht. 
Die Augen /L und B sollen mit ihren Achsen so gerichtet 
seyn, dass sie in « Zusammentreffen, dann wird a einfach und 
an demselben Orte in der Mitte des Sehfeldes gesehen, weil « 
des einen und a des andern Auges' identisch sind. Aber 
auch noch andere zur Seile Von a liegende Gegenstände z. !!. 
(i und y erscheinen einfach. Liegt nämlich /f so, dass sein Bild 
in beiden Augen gleich weil, vom Mitlelpuncte der Retina ab 
fällt, nämlich in b des einen Auges und A des andern, so erscheint
        

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