Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Physiologie des Menschen für Vorlesungen. Erster Band, dritte verbesserte Auflage
Person:
Müller, Johannes
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17251/407/
402 II. Buch. Organ, chemische Processe. II. Ahsclin. Ernährung. 
cuspidati den Milchbackzähnen nicht entsprechen. Die vorde¬ 
ren bleibenden Backenzähne, die bleibenden Eck- und Scbneide- 
zähne liegen anfangs hinter den Milchbackzähnen, Eckzähnen, 
Schneidezähnen. Von den Säckchen der bleibenden Zähne ent¬ 
steht nach J. Fr. Meckf.l das des dritten (oder des ersten grossen) 
Backzahns schon am Ende des 4. Monats der Schwangerschaft. 
Handb. der Anat. 4. 214. Die Säckchen der bleibenden Schnei¬ 
dezähne bilden sich nach Meckel im Anfänge des 8. Monats der 
Schwangerschaft, dann das Säckchen des Eckzahns, darauf das 
Säckchen des rnittlern grossen Backzahns, die Säckchen der vor¬ 
deren kleinen Backzähne erst einige Monate nach der Geburt, 
das Säckchen des hintersten grossen Backzahns erst im 4. Jahr. 
Meckel a. a. 0. p. 226. Nach Blake und Meckel sind die Säck¬ 
chen der bleibenden Zähne Auswüchse der Säckchen der Milch¬ 
zähne. Indessen findet nach Meckel nur zwischen den äusseren 
Blättern der Zahnsäcke jener Zusammenhang statt; der neue in¬ 
nere Zahnsack entwickelt sich vielmehr an dem alten, zwischen 
diesem und dem äusseru Säckchen. Meckel a. a. 0. p. 227. 
Vergl. Meckel im Archiv jiir Physiol. 3. 556. Unter den blei¬ 
benden Zähnen fängt der dritte Backzahn oder erste grosse Back¬ 
zahn gegen Ende der Schwangerschaft an zu verknöchern. All— 
mählig werden die Alveolen der neuen Zähne von den alten ge¬ 
schieden. Doch hangen beide Zahnhöhlen noch immer durch 
eine ansehnliche Oeffnung zusammen, wodurch der gemeinschaft¬ 
liche Theil des äussern Zahnsäckchens tritt. Meckel a. a. O. 
p. 227. Der Zahnwechsel beginnt im 6. — 7. Jabre. Zuerst er¬ 
scheinen die vorderen grossen Backzähne; dann die Schneide¬ 
zähne und Eckzähne; die mittleren grossen Backzähne erscheinen 
erst im 13. —14., die hintersten Backzähne vom 16. — 20. Jahre. 
Vor dem Ausfallen verlieren die Milchzähne ihre Wurzeln. 
Dass die Zähne eines Thieres ausgerissen und wieder einge¬ 
setzt, wieder fest wachsen, wird verschiedentlich behauptet. Ich 
bezweifle diess entschieden. Wäre es ein wahres Anwachsen, so 
müssten sich die zerrissenen Gefässe des Zahnkeims wieder mit 
den Gefässen des Bodens der Alveole vereinigen. Gerade dieser 
interessante Gegenstand ist nicht so constatirt, wie er es seyn muss. 
Eine sehr sichere Art, zur Entscheidung dieser Frage beizutragen 
wäre, Thiere mit frisch versetzten Zähnen mit Färberröthe zu 
füttern. Hat eine Verwachsung statt gefunden, so muss sich die 
innerste Schichte des Zahnes an der Zahnhöhle roth färben. 
Geborstene Zähne können sich natürlich nicht regeneriren, da 
sie nicht organisirt sind, sondern die Risse höchstens sich mit 
Kitt oder Weinstein aus den Speichelsalzen füllen. Bei den 
Schlangen währt die Bildung neuer Giftzähne beständig fort. Die 
neuen Zähne der Crocodile dringen in die conischen Höhlen der 
alten Zähne vor. 
3. Crystalllinse. 
Die Crystallhnse scheint sich in gewissen Fällen, nachdem sie 
aus der Capsel entfernt worden, durch ihre Matrix, die Capsel, 
wieder zu erzeugen. Lerov d’Etiole hat diess beobachtet. Ma- 
geisd. J. de Physiol. 182/. 30. Im ersten balle waren 13 Tage,
        

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