Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Physiologie des Menschen für Vorlesungen. Erster Band, dritte verbesserte Auflage
Person:
Müller, Johannes
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17251/389/
384 II. Buch. Organ, chemische Processc. II. Ahsclm. Ernährung. 
cheln siehe dieses Handb. 1. Aufl. p. 3CS. Boeckh de spinis hi- 
stricum. Berol. 4834. und Mueller’s Archiv 1835. p. 236. 
e. Hörner. Mit den Hörnern muss man nicht die Geweihe 
verwechseln. Letztere sind zu einer gewissen Zeit organisirt, die 
Hörner nie; die Matrix der Hörner ist die Oberfläche knöcher¬ 
ner Fortsätze ; die Stirnhörner der wiederkäuenden Thiere bilden 
sich durch schichtförmige Absonderung der Hornsubstanz auf der 
Oberfläche der knöchernen Matrix des Horns oder des Stirn¬ 
beinfortsatzes, welcher die Form des Horns bestimmt; diese 
Schichten verhalten sich also so, dass eine gleichsam in der an¬ 
dern steckt, und dass die jüngeren zugleich die unteren und in¬ 
neren sind, und immer eine grössere Basis erlangen. Das Horn 
des Nashornes bat keine innere Matrix wie die Stirnhörner der 
"Wiederkäuer, sondern geht von der Nasenhaut aus. Diese Hör¬ 
ner sind also solid, und haben das Eigenlhiimlicbe, dass sie aus 
lauter Fasern, gleichsam aus verklebten Haaren, bestehen. 
f. Federn. Die Federn bestehen 1) aus dem hohien Kiel, 
der in seiner Höhle ein vertrocknetes, früher organisâtes Ge¬ 
webe, die Federseele, einschliesst; 2) aus dem Schafte, der Fort¬ 
setzung des Kiels; 3) aus der Fahne mit ihren Strahlen, die wie¬ 
der feine Nebenstrahlen ausschicken. Die Dunen besitzen nach 
Nitsch’s Beobachtung knotige Nebenstrahlen. Die Entstehung der 
Federn haben Alb. Meckel (Reil’s Arch. 12. 37.), Dutrochet 
(J. de physiol. 88. 333.) und Fr. Cuvier (Froriep’s ISot. 317.) 
beobachtet. 
Die Feder steckt in dem Federbalge, der nach Meckel von 
der Oberhaut bekleidet ist. Auf dem Boden des Balges ist die 
Feder mit ihrem untern Ende oder dem Nabel der Feder befe¬ 
stigt; wird sie ausgerissen, so blutet die hier blossgelegte Haut 
des Balges. Wenn die Feder entsteht, erhebt sich nach A. Meckel 
aus dem Boden des Balges ein conischcr Körper, der auf der 
Oberfläche hornig wird, und sich zu einem Cylinder entwickelt. 
Das Innere dieser hornigen Scheide ist mit gallertartiger organi- 
sirter Masse, dem Federkeim, angefüllt, während die hornige 
Scheide des Keims zur Bildung der Feder zunächst nichts bei¬ 
trägt. Mit dieser Scheide wächst der Federkeim aus dem Balge 
hervor', die Scheide wächst anfangs mit der jungen Feder gleich 
fort, erhält bald oben eine Oelfnung, aus welcher der Anfang der 
Federfahne oder vielmehr das zuerst gebildete Ende der Feder¬ 
fahne mit dem Ende des Schaftes hervortritt. Wenn die Feder 
successiv bis zu dem zuletzt entwickelten Kiele gebildet ist, ver¬ 
klebt die Scheide mit dein Horne des Kiels, von welchem man 
die Scheide an ausgewachsenen Federn in Form von Fetzen ab- 
ziehen kann. Ueber die Entstehung der Federfahne und des 
Schaftes scheinen die Untersuchungen von Fr. Cuvier das meiste 
Licht zu verbreiten. Schneidet man die Scheide, worin der Pul- 
pus der Feder liegt, auf, so trifft man nach Fr. Cuvier auf eine 
äussere gestreifte Haut des Pulpus, unter dieser trifft man die 
Bärtchen der Fahne so gelagert, dass sie den Stamm des Pulpus 
schief aufsteigend umfassen, während sie nach 2 Richtungen von 
dem Stamme des Federkeims ausgehen. Unter den Federbärt-
        

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