Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Physiologie des Menschen für Vorlesungen. Erster Band, dritte verbesserte Auflage
Person:
Müller, Johannes
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17251/322/
3. Aihmcn à. Menschen u. Thiere. Atlimen d. Thiereier. 317 
wird. In einem 4. Versuche erhielt ich wirklich ein wenig Luft, 
die auch nach dem Erkalten noch nicht verschwunden war, es 
war ah er sehr wenig und betrug, als ich sie in eine ganz kleine 
Eprouvette ühergeleitet hatte, aus den 17 Cubikzoll Liquor amnii 
nur -i- Cubikzoll. Diese Luft verminderte sich weder von Kalk- 
wasser, noch von Auflösung von Schwefelkali und enthielt daher 
sicherlich weder respirirte Luft, Kohlensäure, noch respirable Luft. 
Vergl. Weber Anat. 4. 491. 
Von meinen früheren Versuchen ist noch anzuführen, dass 
Kaninchenfoetus von 4 Zoll Länge, aus dem Uterus der lebenden 
Mutter genommen, mochten sie mit geschlossenen oder geöffneten 
Eihüllen der Luftpumpe ausgesetzt werden, nach 15 Min. schein- 
todt waren, und beim Herausnehmen wieder sich bewegten. Diess 
beweist aber nichts in der Frage über das Atlimen. Die Luft¬ 
pumpe lieht hier bloss den Luftdruck auf. 
IV. Capitel. Von den Veränderungen des Blutes 
durch das Atlimen. 
Durch das Atlimen wird das Blut hellrotb, an der Oberfläche 
ebenso, wenn Venenblut an der Luft steht, und durch und durch 
hellrotb, wenn Blut mit Sauerstoffgas geschüttelt wird. Hellrotb 
wird das Blut auch hei Beimengung von Zucker, von Neutralsalzen, 
wie Salpeter, Glaubersalz, Salmiak, Kochsalz, kohlensaurem Kali. 
Kalilösung macht das Blut (wie ich sehe) brann, und es ist ein 
Irrthum, wenn in einigen Büchern das Gegentheil steht. In Am¬ 
moniakgas soll das Blut nach Thenard und Huenefeld kirschroth 
werden. Chlor macht das Blut braun, dann weiss, Säuren ma¬ 
chen es braun, Kohlensäure aber dunkler rotb, violett, zuletzt 
fast schwärzlich. Blausäure allein soll das Blut nach Wedemeyer 
heller roth machen (?). Nach IIertwich macht sie indess das Blut 
auch ganz dunkel. Froriep’s -Not. 759. Schwefelblausäure macht es 
nach Stevens dunkler. Kohlenoxydgas, Kohlenwasserstoffgas, Sal¬ 
petergas machen das Blut nach Huenefeld violett, Stickstoffoxy¬ 
dulgas, Hydrogengas, nach Huenefeld purpurfarben oder roth- 
braun. Blut mit Hydrogengas geschüttelt, sah ich seine Farbe 
gar nicht verändern. Koblenwasserstoffgas soll nach Berzelius 
dem schon etwas dunkeln Blute eine hellere Farbe mittheilen. 
Man sieht, dass das Blut äusserst empfindlich für vielerlei Stoffe 
in Hinsicht seiner Farbe ist. Der Halitus des Blutes scheint eine 
■wichtige Materie des Blutes zu seyn. Man weiss aber nicht, dass 
er im Arterien- und Venenblute verschieden wäre. 
Die specifische Schwere des arteriösen und venösen Blutes 
ist nach J. Davy fast gleich, 105,(11: 105,49. Vergl. Burdach 
Physiol. 4. 381. Nach ihm verhält sich die Wärmecapacität des 
erstem zu der des letztem wie 10,11 10,10. 
Das Arterienblut ist nach J. Davy um 1—1-1° Fahrenh. wär¬ 
mer als das venöse Blut (vergl. p. 86.), was K rimer und Scu¬ 
damore bestätigen. Andere Beobachter hatten keinen Unterschied 
bemerkt. Burdach’s Physiol. 4. 382. Nach Autenrieth, Mayer,
        

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