Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber das Ammoniak in physiologischer und pathologischer Hinsicht und die Rolle der Leber im Stoffwechsel stickstoffhaltiger Substanzen
Person:
Salaskin, Sergej
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17245/35/
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Bestimmung habe, die sich im letzteren bildenden Säuren zu 
neutralisiren. Rumpf1) gelangt auf Grund seiner zahlreichen 
Untersuchungen zu dem Schluss, dass das Verhältniss zwischen 
der Säure- und Alkaliendarreichung einerseits und der 
Ammoniakausscheidung andererseits nicht so einfach ist, wie 
es Hallervorden annimmt. Selbst wenn die Ansichten von 
Münzer und Hallervorden richtig wären, so sind sie doch 
für die bei den Eck'schen Hunden beobachteten Erscheinungen 
nicht zutreffend, da der Harn dieser Hunde fast immer stark 
alkalisch reagirt. Es ist leicht möglich, dass die Wirkung der 
Säuren auf die Ammoniakausscheidung eine nur indirekte ist; 
es ist leicht möglich, dass sie die Oxydationskraft des Orga¬ 
nismus herabsetzen und der Uebergang des Ammoniaks in 
Harnstoff in der Leber beschränkt wird. 
Jedenfalls ' ist der Zusammenhang zwischen der Venen¬ 
fistel und der Ammoniakanhäufung im Blut ein direkter; in 
dieser Beziehung ist der Versuch mit Glycocollfütterung der 
Eck'schen Hunde sehr lehrreich. Das Glycocoll, das für 
normale Hunde sogar in grossen Dosen ein indifferenter Körper 
ist, hat bei den Eck'schen Hunden schon in einer Dosis von 5gr. 
eine tödtliche Vergiftung hervorgerufen. Im Harn war kein 
Glycocoll vorhanden, die Ammoniakmenge im Blut und im 
Gehirn war auffallend vermehrt. Die Quelle dieses Ammoniaks 
konnte nichts Anderes als das Glycocoll, das im Organismus 
oxydirt wurde, sein. Von diesem Gesichtspunkte aus wäre 
es interessant, Fütterungsversuche der Eck'schen Hunde mit 
verschiedenen Verdauungsprodukten, wie Amidosäuren, Fleisch¬ 
säure, Hemipepton u. s. w. anzustellen. 
Schon in der ersten Mittheilung2) über die bei den Eck'schen 
Hunden zu Tage tretenden Erscheinungen, die den scharf 
ausgeprägten urämischen Anfällen sehr ähnlich sind, haben 
die Autoren die Vermuthung ausgesprochen, ob nicht die 
Urämie auf einer Vergiftung mit earbaminsaurem Ammoniak 
beruhe. Winterberg hat, um dieser Frage näher zu treten, 
1) 1. C. 
2j Arch. f. exp. Pathol, u. Pharm. 1893.
        

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