Bauhaus-Universität Weimar

Zur Theorie der Säurevergiftung. 
-v v- Von 
Dr. Heinrich ïïiuterberar. 
Aus 4er IV. medieiniachon Abtheilung der k. k. Krankenstiftuug Rudolfspital in Wi< 
\ l’rim. Dr, v. Limbeck.) 
(*>•*»■ Redaction zugegangen am 11. April 189*.) 
Unsere Kenntnisse von der Wirkung der Säuren auf den 
tIberischen und menschlichen Organismus haben ihre Grund¬ 
lagen in zahlreichen Studien gefunden, von denen die ältesten 
in Betracht kommenden sich fast ausschliesslich mit der Frage 
beschäftigen, ob dem Körper .einvçrleibte odêr in demselben, 
entstandene Säuren die Fähigkeit haben, ihm Alkalien zu ent¬ 
ziehen./ , v'm ; 
Die Entscheidung blieb lange Zeit mehr oder weniger 
schwankend, bis Salkowski1) im Jahre 1872 wenigstens lin¬ 
den Pflanzenfresser den sicheren Nachweis lieferte, dass sowohl 
bei äusserer Zufuhr von Schwefelsäure als auch bei Auftreten 
derselben als ZwischenstofFwechselprodukt dem Körper Alkali 
entzogen werde. ( 
Er stellte fest, dass sowohl bei Einführung von Taurin 
in den Magen von Kaninchen, als auch bei direkter Verab¬ 
reichung von Schwefelsäure die im Harne enthaltenen Bn^n 
last vollständig hinreichen, um die Säuren desselben zu sättigen, 
ferner dass bei gleichbleibender Fütterung die ausgeschiedene 
r) K. Salkowski, Ueber die Möglichkeit der Alkalientzielvun_r 
beim lebenden Thier. Virchow's Archiv. Bd. 58, p. 181, 1878. 
Berichte der deutschen ehern. Gesellschaft, Bd. V, p. 637, 1*72
        

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