Bauhaus-Universität Weimar

jodsaures Alkali erfolgen dürfte; das Verhalten von Jodfetten 
zu schwachen Sodalösungen liess diese Annahme gerechtfertigt 
erscheinen. Folgende Versuche in dieser Richtung seien an¬ 
geführt : 
l) 100 ccm. frisches Rindsblut werden mit 0,4 gr. Jodsesamöl 
(4.0 °/0 .Tod) versetzt und lji Stunde unter Umschütteln bei 35—38° ge¬ 
halten, dann wird mit Essigsäure übersäuert und wiederholt mit Aether 
extrahirt, bis der Aetherauszug kein Jodfett mehr enthält, vom Aether 
abgetrennt, aufgekocht, filtrirt und das Filtrat mit Natriumcarbonat ein¬ 
gedampft und verascht. Im Aschenauszug ist Jod nachweisbar. 
I) 100 ccm. frisch bereitetes Pankreasextract von schwach 
saurer Reaction (sehr wirksam gegenüber Fetten und Fibrin) werden 
mit 1 gr. Jodsesamöl 2 Stunden unter zeitweiligem Umschütteln bei 
ca. 37° erhalten, dann mit Aether ausgeschüttelt. In der vom Aether 
abgetrennten Flüssigkeit ist kein Jod nachweisbar. Auch bei 6stündiger 
Einwirkung des Pankreasextractes auf 3 gr. Jodsesamöl wurde kein Jod 
abgespalten. 
In ähnlicher Weise wurden die Versuche mit Rindsgalle 
und Magensaft ausgeführt. 
Im Blut erfolgt also eine- Abspaltung von Jod, ebenso 
sind wässerige Sodalösungen von dem Alkalescenzgrad 
des RIutes bereits im Stande, Jod aus Jodfetten abzu¬ 
spalten. 
Im künstlichen Pankreasextract erfolgt keinerlei Jod¬ 
abspaltung. Die Jodfette sind Triglyceride der halogenisirten 
Fettsäuren und sonach bleibt das Jod bei der einfachen Spaltung 
der Fette in Glycerin und Fettsäuren mit diesen verbunden. 
Anders muss sich die Sache beim natürlichen Pankreas- 
secret verhalten, welches entsprechend seiner Alkalescenz 
Jod abspaltet. 
Die Galle bewirkt leicht Jodabspaltung als Jodalkali; 
ausserdem enthält die Galle der mit Jodfetten gefütterten Thiere 
ätherlösliche Jodprodukte, vermuthlich Jodfette, welche aus der 
Leber auf demselben Weg in die Galle gelangen, den auch 
sonst geringe Fettmengen nehmen ; übrigens addiren auch 
Lecithin, Cholesterin und gallensaure Salze Jod. 
Im künstlichen und natürlichen (normalen) Magen¬ 
saft erfolgt auch nach sehr langer Einwirkung keine Jod-
        

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