Bauhaus-Universität Weimar

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Mehrere Gramm des betreffenden Körperfettes werden unter den 
früher angegebenen Cautelen verascht, mit AgNOs gefällt, der AgJ 
und Ag CI enthaltende Niederschlag mit anderthalbfach kohlensaurem 
Ammon (Hager), das nur Chlorsilber löst, ausgezogen. In diesem Aus¬ 
zug kann der Nachweis des Chlor nach einer der bei Fresenius1) an¬ 
gegebenen Methoden geführt werden. Natürlich müssen das Natrium¬ 
carbonat und kohlensaure Ammon chlor frei sein. 
Zur quantitativen Bestimmung beider Elemente nebeneinander 
wurde der Silberniederschlag im Chlorstrom geglüht, in den meisten 
Fällen aber sind die Jod- und Chlormengen zu gering. Die wenigen 
Bestimmungen, welche durchgeführt wurden, haben gleichartige Verhält¬ 
nisse nicht ergeben, es ist auch gar nicht anzunehmen, dass im Darm 
und Blut aequivalente Mengen abgespalten werden. Immer war aber 
relativ mehr Chlor als Jod vorhanden. So enthielt z. B. das aus¬ 
geschmolzene Hundefett (Versuch S. 435) in 2,142 gr. neben 10,7 mgr. 
Jod 4,1 mgr. Chlor, also erheblich mehr Chlor, als der Jodmenge 
aequivalent ist. 
Subcutane Einverleibung von Jodfetten. 
Die bekannten Untersuchungen v. Leube’s haben den 
Beweis erbracht, dass subeutan injicirtes Fett als solches an¬ 
gesetzt und im Stoffwechsel vollständig verbraucht wird. Nach 
dieser Richtung konnten irgend wesentliche neue Aufschlüsse 
von der Verwendung der Jodfette nicht erwartet werden. Ich 
beschränke mich darauf, mitzutheilen, dass nach 3wöchiger, 
subcutaner Einverleibung eines 0,2°/0igen Jodfettes bei einem 
Spitzhund der Nachweis des Ansatzes allenthalben, nament¬ 
lich im Knochenmark, in der Leber, im Me-senterial- 
und Nierenfett, gelang. 
Einem Kaninchen wurden innerhalb 5 Tagen 50 gr. 
Jodschweinefett (0,66 °;0 Jod) unter die Haut des Rückens ge¬ 
spritzt. Das organisirte Fett an den Schulterblättern, in der 
Bauchhöhle, ferner das Knochenmark- und Muskelfett enthielten 
deutlich Spuren von Jod; ein Nachweis nach so kurzer Zeit 
kann wohl nur mit Hülfe der Jodfette erbracht werden. 
Ueber das Verhalten der Jodfette zu Magen-, Dann- und 
Pankreassaft, sowie zu Blut und Galle. 
Es ist mehrfach darauf hingewiesen worden, dass im Blut 
und andern Orts eine Abspaltung von Jod als Jodalkali event. 
l) Qualität, chemische Analyse, 1895 S. 295 und 313.
        

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