Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die chemische Beschaffenheit der Diastase und über die Bestimmung ihrer Wirksamkeit unter Benutzung von löslicher Stärke, sowie über ein in den Diastasepräparaten vorhandenes Araban
Person:
Wroblewski, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17187/34/
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Ber Proteinstoff. 
Da das im Vorigen beschriebene Kohlenhydrat nicht 
di astatisch wirksam war, so musste die wirksame Substanz 
sich in dem durch das Brücke’sche Reagens bewirkten Nieder¬ 
schlage befinden, was sich auch experimentell nachweisen liess. 
Es erschien daher angezeigt, die im Niederschlage befindliche 
Substanz näher zu untersuchen. 
Zu diesem Zwecke wurde der mit jenem Reagens er¬ 
haltene Niederschlag mit angesäuertem Wasser ausgewaschen. 
Das Auswaschen ging sehr schwer und langsam, weil der 
Niederschlag nicht grobflockig ist, sondern aus feinen, stark 
gequollenen Partikeln besteht, welche sich nicht zu Boden 
setzen, die Filterporen verkleben und das Auswaschen ungemein 
erschweren. Dieses Filtriren und Auswaschen dauert einige 
Tage und ist nie so vollständig, dass nicht Spuren vom Kohlen¬ 
hydrat am Niederschlage haften bleiben. Um aus diesem 
Niederschlage Quecksilber und Jod zu entfernen und den Protein¬ 
stoff in die Lösung zu bringen, wurde er mit frisch dargestelltem 
Silbercarbonat und Wasser in einem geräumigen Mörser ver¬ 
rieben. Das Silbercarbonat wurde In kleinen Portionen solange 
zugesetzt, bis eine kleine Menge der abfiltrirten Flüssigkeit keine 
Jodreaction gab. Der freie Proteinstoff ging, wenn auch nur 
schwer und unvollständig, in Lösung und filtrirte sehr langsam. 
Das Filtrat enthielt kleine Mengen vom gelösten Silber. Um 
sie zu entfernen, leitete ich Schwefelwasserstoff ein, aber das 
Schwefelsilber konnte nicht durch Filtration weggeschafft werden, 
das Filtrat blieb immer schwärzlich. Um die Lösung zu reinigen, 
versetzte ich sie mit Alkohol und löste den mit Alkohol aus¬ 
gewaschenen Niederschlag im Wasser. Das Schwefelsilber ist 
ungelöst geblieben, aber auch ein Theil des Proteinstoffes löste 
sich nicht wieder. Die Lösung filtrirte sehr schwer, sie opali- 
sirte und war graulich gefärbt. Die in kleiner Menge erhaltene 
Flüssigkeit wirkte stark verzuckernd auf die lösliche Stärke 
und gab Proteinreactionen, und zwar Millon’sehe und Xantho- 
proteinreaction, die Biuretreaction war undeutlich wegen der 
graulichen Farbe der Lösung. Die Darstellung dieses Protein-
        

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