Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Proteinstoffe. 1. Ueber jodirtes Eieralbumin
Person:
Hofmeister, Franz
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17186/4/
aus halbgesättigter Aminonsulfatlösung erfolgt nahezu quantitativ und 
die Mutterlaugen enthalten zuletzt kaum Spuren von Eiweiss. Dies ist 
zugleich der beste Beweis, dass die Abtrennung der begleitenden, nicht 
krystallisirenden Eiweissstoffe gelungen ist 1) 
Die Ausbeute an krystallisirtem Eiweiss ist auch bei Anwen¬ 
dung dieses Reinigungsverfahrens eine relativ geringe. Im höchsten 
Fall betrug sie etwa 15 gr. aus einem Liter Hühnereiweiss. Dieses ent¬ 
hält eben neben dem krystallisirenden Eiweisskörper, dem Globulin und 
Ovomucoid, noch eine grosse Menge Eiweissstoff vom Typus der Albumine, 
aber anderem Schwefelgehalt (und anderem Jodbindungsvermögen). 
Praktisch beachtenswerth ist, dass die Darstellung der Krystalle nur aus 
ganz frischem Eiweiss gelingt. Aus käuflichem getrockneten Hühner- 
eiweiss konnte trotz aller Bemühungen keine krystallinische Ausscheidung 
erzielt werden. Aber auch die Darstellung aus Markteiern gelingt nicht 
jedesmal, zumal im Winter, wo vielfach conservirte Eier der frischen 
Waare beigemischt werden. 
Das Vorgehen bei der Einwirkung des Jods auf Eiweiss 
musste naturgemäss so gewählt werden, dass ein constantes 
Endprodukt zu erwarten war. Da das einfache Zusammen¬ 
bringen von Jod und Eiweiss in kalter wässeriger Lösung nur 
ein lockeres Anlagern des Jods veranlasst, bei Einwirkung in 
der Wärme aber, je nach der Grösse des Jodüberschusses und 
der Dauer der Erhitzung, ungleich grosse Mengen Jod in fester 
Bindung zur Aufnahme gelangen, ergab sich die Notliwendig- 
keit, die Bedingungen, unter denen die Jodaufnahme eine 
maximale und damit constante wird, näher festzustellen. Dazu 
dienten Vorversuche mit nativem Hühner eiweiss, bei denen 
zunächst Jod in Jodkaliumlösung, später Jodkalium und jod¬ 
saures Kali neben der zum Freimachen des Jods erforderlichen 
Säuremenge zur Verwendung kam. Das Reactionsprodukt, ein 
gut abfiltrirbarer brauner Niederschlag, wurde durch Lösen in 
Ammoniak, Fällen mit Essigsäure und jedesmaliges gründliches 
Auswaschen gereinigt. Um den zuerst vorhandenen Uebersehuss 
an ungelöstem Jod zu entfernen, wurde auch wohl erst mit 
i) Das so erhaltene krystallisirte Produkt zeigt unter dem Mikro¬ 
skop allenthalben dieselben Krystallformen. Dies, sowie der oben 
erwähnte Umstand, dass die Abscheidung quantitativ erfolgt, stellen das 
Präparat vor dem Verdacht sicher, als hätte man es mit einem Gemenge 
zusammenkrystallisirender Eiweisskörper verschiedener Löslichkeit zu 
thun.
        

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