Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Mineralbestandtheile der menschlichen Organe
Person:
Moraczewski, W. von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17174/5/
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Die Stickstofrbestimmung wurde nach Kjeldahl ausge¬ 
führt. Ich verwendete, wo es nur irgend möglich war, nicht 
weniger als 5 gr. Substanz, zersetzte dieselbe mit H2S04 unter 
Zusatz von CuS04, bis die Schwefelsäure grün gefärbt aussah. 
Die Destillation geschah stets aus böhmischen Kolben, vorge¬ 
legt wurde Dr N. Schwefelsäure, filtrirt wurde mit 1U N. 
Natronlauge unter Verwendung der Cochenille als Indicator. 
Zur Chlorbestimmung wurde ebenfalls 5—10 gr. frischer 
Substanz verwendet. Die abgewogene Menge wurde in ein 
starkes Glaskölbchen gebracht und mit soviel Silberlösung ver¬ 
setzt, dass auf jedes Gramm Substanz 1 ccm. Silberlösung kam. 
Die Silberlösung enthielt genau 29,075 gr. im Liter und jeder 
Cubikcentimeter entsprach 0,01 gr. Na CI oder 0,006068 gr. 
Chlor. Auf die Silberlösung, welche sonst zur Titration von 
Chlor im Urin gebraucht wurde, war eine Rhodanammonium¬ 
lösung gestellt, die zur Rücktitrirung diente. 
Es ist durch Rechnung leicht zu finden, dass diese Menge 
unserer Silberlösung mehr als genügend ist, um alles Chlor 
der Organsubstanz zu binden. Die mit Silbernitratlösung ver¬ 
setzte Substanz wurde nun mit 50—80 ccm. starker Salpeter¬ 
säure übergossen und 24 Stunden in der Kälte stehen gelassen. 
Dabei war alles Chlor an das Silber gebunden und die or¬ 
ganische Substanz meistens am nächsten Tage aufgelöst. 
Diese Lösung wurde so lange in schwachem Sieden gehalten, 
bis alle Säure ausgekocht und der Kolbeninhalt auf 2—3 ccm. 
Flüssigkeit reducirt war. Da alle Metallsalze die Zersetzung 
mit Säuren wesentlich befördern, so war nach dieser Re- 
handlung die organische Substanz völlig zerstört. Durch Ver¬ 
dünnen mit Wasser könnte keine Trübung erzeugt werden. 
— Nach dem Abkühlen wurde der Kolbeninhalt mit 20 ccm. 
H20 verdünnt und gründlich ausgekocht, damit alle Oxyde 
des Stickstoffs entweichen, dann mit Eisenalaunlösung (kalt 
gesättigt) versetzt und auf 100 ccm. gebracht. Die Hälfte 
davon wurde abfiltrirt und in dem Filtrat durch Rhodankalium 
das überschüssige Silber zurücktitrirt. Das Rhodankalium 
war auf Silber gestellt; es war dies also die bekannte Vol- 
hard’sche Chlorbestimmung auf organische Substanz ange- 
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