Bauhaus-Universität Weimar

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Bei der Berechnung des grösstmöglichen Stickstoffgehaltes im 
Fleisch habe ich für dasselbe 25 °/o Eiweiss und 5 °/o Fett gerechnet, i) 
Für die übrigen Nahrungsmittel sind dieselben Werthe wie bei der Be¬ 
rechnung des kleinsten Stickstoffgehaltes beibehalten. 
Ich nehme an, dass der grösste Werth des Stickstoffgehaltes der 
Nahrung sich weniger als der kleinste von der wirklichen entfernt, wes¬ 
halb ich wesentlich auf denselben Rücksicht nahm, wenn ich die Wahr¬ 
scheinlichkeit eines Stickstoffgleichgewichtes beurtheilen wollte. 
Es wurde vorausgesetzt, dass das Eiweiss 16 °/o Stickstoff enthält. 
Bei der Berechnung des calorischen Werthes der Kost wurden die 
Rubner’sehen1 2) Standardzahlen benutzt: 1 gr. Fett = 9,3, 1 gr. Eiweiss 
und 1 gr. Kohlenhydrate = 4,1 Calorie. Das in den Excrementen bestimmte 
Fett wurde bei dieser Berechnung in Abzug gebracht. 
Den calorischen Bedarf schätzt Rubner bei Menschen, die wie 
meine Versuchsobjekte nur wenig körperliche Arbeit ausführen, zu 2445 
Calorien in 24 Stunden. 
A. In den Tabellen I—V habe ich die Resultate einer 
Reihe von Versuchen über das Verhalten der Acetonurie bei 
kohlen hydratfreier Kost mit hohem Eiweissgehalt und wech¬ 
selnden Mengen Fett zusammengestellt. In diesen wie in allen 
später anzuführenden Versuchen, wo ein besonders hoher Fett¬ 
gehalt der Kost gewünscht wurde, ist derselbe durch Zulage 
von Rutter als das für Menschen am meisten schmackhafte 
Fett erreicht. Bei Berechnung des kleinsten Stickstoffgehaltes 
der Kost bekommt man den grösstmöglichen Stickstoffverlust. 
Ich habe diesen in „Fleisch“ mit 3,4°/0. Stickstoff3) umge¬ 
rechnet und dieses Fleisch mit dem Gewichtsverlust ver¬ 
glichen, um die Wahrscheinlichkeit eines Fettverlustes schätzen 
zu können. Als Paradigmen gebe ich in Versuch I detaillirte 
Angaben über die Zusammensetzung der Kost. Bei den übrigen 
Versuchen werde ich dies unterlassen. Nur betreffs der Butter, 
welche vielleicht einen besonderen Einfluss auf die Acetonurie 
ausübt, werde ich eine Ausnahme machen. 
1) VerglAWottering, Diätet. Handbuch, Bd. I, S. 174. 
2) Rubner: Calorimetrische Untersuchungen: Zeitschr. für Bio¬ 
logie, XXI, S. 377 u. 382. 
3) Vergl. Voit: Handb. der Physiologie des Gesammtstoffwechsels. 
S. 74 und 53. 
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