Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber ein eigenthümliches Nahrungsmittel, nebst einigen Beobachtungen über darin angetroffene Fäulnissbasen
Person:
Mörner, Carl Th.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17131/3/
Es liegt nahe, die Frage aufzu werfen, was dem GiUir- 
strömling seinen intensiven Geruch verleiht, eine Frag«-, 
«lie hei der Untersuchung leicht beantwortet wurde. |)i, 
Gasmischung, welche, wenn man den Deckel eines Gühr- 
strömling-Tönnchens durchbohrt, ausströmt, und welche .in 
ganzes Zimmer in einigen’ Sekunden zu verpesten vermag, 
«ntliäll ausser Kohlensäure und Schwefelwasserstoff, von denen 
schon der letzte bekanntlich keinen besonders angenehmen 
Geruch besitzt, einen Stoff, Methyhnercaptan (Methylsulfhydml 
der mit Hecht den Namen « primus inter pares », wenn 
es die Fähigkeit, das Riechorgan zu affiziren, gilt, verdient. 
Sowohl in dem spontan ausströmenden Gas, wie in einem durch 
die Gährströmlingsmasse geleiteten - Luftstrome wurde Metlivl- 
mercaptan in beträchtlichen Quantitäten nachgewiesen. Zum 
«. 
Absorbiivn habe ich mich wie die meisten Forscher, die in 
der letzten Zeit diesen Stoff untersucht haben, einer Qucvk- 
silhercyanidlösung bedient, welche das Mercaptan als Queck- 
.'ilbervmbindung zur Ausladung bringt, letztere wird dann in 
die gut krystallisirende, safrangelbe Blei Verbindung übergefülut. 
Zwei bei verschiedenen Gelegenheiten erhaltene Präparate der 
Bleiverhindung1) sind nach Trocknen über Schwefelsäure him 
sichtlich des Bleigehaltes analysirt worden: 
I. Angewandt«* Quanfitiil; O.iiOJÖ <ïr. ; Blei ; '07.05. 
> * 0.1.12 » : » » 08,27. 
Für '(’.llj S)a IM» berechn«*! : C»S,7:>°/0 Blei. 
Eine andere Frage, deren Beantwortung man von einer 
chemischen Untersuchung erwarten kann, ist die, ob wohl 
der Gührströmling als eine faule Waare anzusehen ist oder 
nicht. Um uns eine Ansicht darüber zu bilden, wollen wir 
das Verzeichniss der Verbindungen, die — im frischen Roh¬ 
stoff«* nicht vorhanden - als Bestandteile des Gährströni- 
lings nachgewiesen sind, ins Auge fassen. Ausser den oben 
erwähnten, bei gewöhnlicher Temperatur gasartigen Best and- 
') IW Schmelzpunkt dieser Verbindung, worüber ich in d.-i 
I.iterator kein«* Angabe, gefunden habe, wurde bei 1 *>2—lt>3° (1. lieget, i 
-••luinb‘11.
        

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