Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Bedeutung der löslichen Kalksalze für die Faserstoffgerinnung
Person:
Hammarsten, Olof
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17121/63/
Die Theorie von Lilienfeld ist zum Theil unrichtig, 
-/uni Theil nicht hinreichend begründet. Das sog. Thromhosin, 
welches ohne Weiteres mit Kalksalz Fibrin geben soll, ist 
kein Spaltungsproduct des Fibrinogens, sondern durch Essig- 
- ium oder Nucle’insäure gefälltes Fibrinogen, welches, wenn 
nicht Na 111 in genügender Menge zugegen ist, von Kalksalz 
gefällt wird. Das sog. Thromhosin giebt in kochsälzhaltiger 
Lösung mit Kalksalz keine Fällung oder Cïerinnung; dagegen 
■giebt es in derselben Lösung ohne Zusatz von Kalksalz eine 
massenhafte typische Gerinnung nach Zusatz von Fibrinierment. 
Die von vielen Forschern (namentlich von Art bus, 
l’ekelhari ng und Lilienfeld) vertretene Ansicht, dérzufolge 
l"‘i der Gerinnung das .Fibrinogen unter Aufnahme von Kalk 
in eine kalkreichere Eiweisskalkverbindung übergehen soll, ist 
ganz unbegründet. Die bisher ausgeführten vergleichenden 
Kalkbestimmungen in dem Fibrinogen und dem Fibrin haben 
nämlich gezeigt, dass beide Stoffe Kalk enthalten upd zwar 
in derselben Menge. 
Die specifische Einwirkung der Kalksalze auf die Ge¬ 
rinnung von Blut oder Plasma betrifft also nicht den chemi¬ 
schen Vorgang bei der Umwandlung des Fibrinogens. Es ist 
dagegen sehr wahrscheinlich, dass sie in naher Beziehung zu 
Bildung des Fibrinfermentes steht. Die Beobachtung von 
l-ekelharing. dass in dem Blutplasma ein Stoff sich vor- 
lindet, der selbst kein Fibrinferment ist, der aber nach Zusatz 
von Kalksalz kräftig gerinnurrgserregend wirkt, ist*: nämlich 
l'-icht zu bestätigen. 
Die von Arthus behauptete Analogie zwischen Käse- 
bildung und Fibrinbildung ist nicht hinreichend begründet; 
zmn Theil besteht sie gar nicht. * •
        

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