Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber eine quantitative Eiweissspaltung durch Salzsäure. I. Mittheilung: Auffindung eines Pyridinderivates
Person:
Cohn, Rudolf
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17104/16/
in sehr viel Wasser allmälig auf, scheidet sich aber dann nur 
sehr unvollkommen wieder aus, sodass man dabei mit grossen 
Verlusten arbeitet. Sie krystallisirt daraus nach dem Entfärben 
mit Thierkohle in über cm. langen, fächerförmig gruppirton 
Nadeln, die unter dem Mikroskop aussahen, als ob sie aus 
dünnen Fasern wie ein Tau zusammengeflochten waren: 
ausserdem zeigten sie bambusrohrijhnliche Segmentirung» n. 
ln Aether sind sie unlöslich. Am zweckmassigsten erwies es 
sich, sie aus kochendem 96proc. Alkohol umzukrystallisireu. 
Sie lösen sich darin verhältnissmässig leicht und scheid»*» 
sich beim Abkühlen ohne zu grosse Verluste in farblosen, 
feinen, etwa cm. langen Nadelbüscheln wieder aus, die unterm 
Mikroskop fâcher- oder garbenförmig gruppirt sind. Sie 
schmelzen bei 295° und sublimiren mit einer ganz ungewöhn¬ 
lichen Leichtigkeit. Im Heagensglas vorsichtig erhitzt, subli- 
mirt die Substanz unzersetzt explosionsartig, erfüllt als dicke 
Haut, welche noch durch einen Stiel pilzartig mit dem nicht 
sublimirten Rest zusammenhängt, das ganze Lumen des Glas»*'. 
Selbst im Platinlöffel erhält man ein Sublimat, das den ganzen 
Löffel ausfüllt. Bei sehr schnellem Erhitzen tritt theilwuise 
Zersetzung ein, es entwickeln sich sauer reagirende Dämpf»*, 
die blausäureähnlich riechen. Die Substanz ist N-haltig, von 
neutraler Reaction und zeigt ganz indifferente Eigenschaften. 
Weder in Säuren noch in Alkalien löst sie sich, selbst beim 
Erhitzen anscheinend nur in soweit, als sie sich in derselben 
Menge Wasser lösen würde. Beim Erkalten scheidet sie sich 
unverändert aus. In heisser Salpetersäure löst sie sich und 
wird beim Abdampfen unverändert wiedergewonnen. Von 
concentrirter Schwefelsäure wird sie ohne Zersetzung in der 
Kälte leicht gelöst, selbst Erhitzen mit ihr gegen 100° ver¬ 
trägt sie; nach dem Verdünnen der Lösung mit Wasser Hilft 
sie unverändert wieder aus. Saize der Substanz Hessen -i» h 
nicht darstellen. 
Zu den Analysen wurde sie zunächst mehrmals, wenn 
noting unter Entfärbung mit Thierkohle, aus., kochendem 
%proc: Alkohol umkrystallisirt; sie bildete verfilzte, blenden«!- 
weisse Nadeln, die bei 296° schmolzen. Krystallwasser «nt-
        

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