Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Einfluss einer Fett- resp. Stärkebeigabe auf die Ausnützung der Nährstoffe im Futter und auf den N-Umsatz und Ansatz im Thierkörper (2. Versuchsreihe)
Person:
Wicke, A. H. Weiske
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit17103/14/
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volle Wirkung der Stärke- oder Fettbeigabe ebenfalls nicht 
am ersten Tage, aber doch am zweiten Tage ein; dagegen 
hatte sieh in dieser Versuchsreihe die volle Wirkung der Bei¬ 
gabe der gleichen Nfr. Nährstoffe bereits am ersten Tage ein¬ 
gestellt, was sich wohl darauf zurückführen lässt, dass bei 
dieser sehr eiweiss- und fettreichen Fütterung bereits so viel 
Glycogen etc. gebildet war, dass die Beigabe von Stärke etc. 
keine stärkere Glycogenbildung mehr bewirkte und daher so¬ 
fort die volle ei weissersparende Wirkung der beigegebenen 
Nfr. Substanzen eintreten konnte. 
Ferner gelangten E. Voit und A. Korkunoff bei ihren 
Versuchen zu dem Schluss, dass sich bei Zufuhr von Kohlen¬ 
hydraten und Fett die Menge des dem Umsatz unterliegenden 
Eiweisses vermindert und zwar um so stärker, je grösser die 
Stärke- resp. Fettmenge ist, welche dem Blute und den Zellen 
in einer Zeiteinheit zugeführt wird, da in diesem Falle um so 
mehr Stärke- resp. Fettmoleküle in den Bereich von reactions- 
fähigen Protoplasma gelangen und zersetzt werden, während 
der N-Umsatz bei gleichbleibender N-Zufuhr zurückgeht. Dieses 
Sinken des Eiweissbedarfes wird aber mit der Steigerung der 
Beigabe von Nfr. Nährstoffen immer geringer und nährt sich, 
wie Voit und Korkunoff finden, alsdann einem constanten i 
Werthe, welcher den kleinsten Eiweissbedarf repräsentirt. 
Diejenige Menge, mit deren Hilfe diese unterste Grenze des 
N-Gleichgewichtes erreicht wird, lag bei Voit’s und Kor¬ 
ku noff's Versuchen für Fett bei einer Zufuhr, welche ca. 
127°/o und für Stärke bei einer Zufuhr, die ca. 155% des 
Energiebedarfes deckt. 
Die unterste Grenze des N-Gleichgewichtes und die ge¬ 
ringste N-Ausscheidung fanden Voit und Korkunoff bei 
Zufuhr von Kohlenhydraten viel tiefet* als bei Zufuhr von Fett 
liegend, und zwar sowohl bei Vergleich isodynamer Mengen 
dieser Nfr. Nährstoffe, als auch dann, wenn die bei kleinen 
Beigaben von Kohlenhydraten erhaltenen Werthe mit denen 
übergrosser Fettmengen zusammengestellt wurden, so dass 
die grösste noch aufnehmbare Fettmenge, gegenüber mässigen 
Quantitäten von Kohlenhydraten immer noch zurückzutreten
        

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